Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Zusammenfassung

EU-SILC (Statistics on Income and Living Conditions) bezeichnet eine Statistik über Einkommen und Lebensbedingungen von Privathaushalten in Europa. Sie bildet eine wichtige Grundlage für die Europäische Sozialstatistik. Es handelt sich dabei um eine jährliche Stichprobenerhebung die in Österreich von STATISTK AUSTRIA durchgeführt wird.
Aufgrund der relativ kleinen Stichprobengrößen für Tirol resultieren bei der Schätzung von tiefer gegliederten Merkmalen zum Teil hohe Standardfehler. Diese führen zu größeren statistischen Schwankungsbreiten und damit zu erschwerter Interpretation der interessierenden Schätzergebnisse.
In der vorliegenden Arbeit wurde zur Analyse der EU-SILC Daten ein gleitender, symmetrischer und 3- jähriger Durchschnitt der einzelnen Erhebungsjahre gebildet, um die statistischen Schwankungsbreiten möglichst klein zu halten. Die ausgewiesenen Ergebnisse werden als Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025 errechnet.

Einkommenssituation

Das mediane verfügbare Haushaltseinkommen exklusive aller sozialen Transferzahlungen der Tiroler Haushalte liegt mit € 42.808 jährlich etwas unter dem Medianwert Österreichs der sich auf € 43.490 beläuft. Rechnet man die sozialen Transfers hinzu, ergibt sich für Tirol ein Haushaltseinkommen von € 48.741 jährlich. In Österreich berträgt das mediane Haushaltseinkommen nach Transfers € 48.211 im Jahr und ist somit etwas niedriger als in Tirol.

Das äquivalisierte Einkommen liegt in Tirol im Mittel mit € 33.544 jährlich etwa 0,6 Prozent unter dem Österreichschnitt von € 33.733. Erwerbstätigkeit erhöht die Wahrscheinlichkeit auf ein überdurchschnittliches Einkommen deutlich. Erwerbstätige Personen erreichen in Tirol ein äquivalisiertes Medianeinkommen von rund 37.767 Euro jährlich. Das deutlich niedrigste Nettohaushaltseinkommen erzielt die Gruppe der Ein-Elternhaushalte mit mind. einem Kind mit knapp 22.503 Euro.

Armutsgefährdung (1. Teilbereich der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung)

Im Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025 gelten laut Definition in Tirol 92.540 Personen als armutsgefährdet, was einer Armutsgefährdungsquote von 12,1% entspricht. Diese Personen erreichen das festgelegte Schwelleneinkommen von € 20.240 pro Jahr nicht. Auf Vergleiche mit vorigen Untersuchungen oder mit anderen regionalen Einheiten wird verzichtet, da sie aufgrund der Schwankungsbreite teilweise nicht statistisch signifikant abgesichert werden können.

Personen, die nicht in Österreich geboren wurden, haben eine deutlich erhöhte Armutsgefährdungsquote (23,3%). Ebenfalls erhöht armutsgefährdet sind Einpersonenhaushalte (25,4%), Personen ohne Erwerbstätigkeit (15,6%) und Menschen, die das 65. Lebensjahr überschritten haben (24,6%).

Dauerhafte Armutsgefährdung

In Tirol gelten 68.440 Personen - das entspricht 9,5% der Bevölkerung - als dauerhaft armutsgefährdet.

Erhebliche materielle und soziale Deprivation (2. Teilbereich der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung)

Armut kann nicht nur aufgrund monetärer Defizite, sondern auch als mangelnde Teilhabe innerhalb einer Gesellschaft definiert werden. Ein Indikator dieser mangelnden Teilhabe wird als materielle und soziale Deprivation bezeichnet. Als erheblich materiell und sozial depriviert gelten Personen, die sich sieben der 13 von der EU festgelegten Grundbedürfnisse finanziell nicht leisten können. In Tirol gelten nach diesen Kriterien rund 1,8% der Bevölkerung als erheblich materiell und sozial depriviert. Bundesweit liegt die Deprivationsquote bei 3,5%.

Keine oder sehr niedrige Erwerbsintensität (3. Teilbereich der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung)

Keine oder sehr niedrige Erwerbsintensität weisen Haushalte auf, deren Erwerbsbeteiligung weniger als 20% des maximal möglichen jährlichen Erwerbspotentials unterschreitet. In Tirol leben 8.947 Personen (1,7% der ewerbsfähigen Personen) in Haushalten mit keiner oder sehr nierdiger Erwerbsintensität. Österreichweit sind es 401.344 Personen, das sind 6,2% der erwerbsfähigen Bevölkerung.

Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung

Die “Europa 2030” Strategie ist ein Aktionsplan der EU-Kommission für den Zeitraum bis 2030 mit dem Ziel, die Inhalte der 2017 von der EU in Göteborg beschlossenen “Europäischen Säule sozialer Rechte” umzusetzen. Zentrales Ziel dieses Plans ist die Reduktion der Armut in Europa. Zur Messung der Zielerreichung wird der Indikator der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung herangezogen. Als armuts- oder ausgrenzungsgefährdet gelten Personen, die von mindestens einem der drei vorgenannten Teilbereiche betroffen sind.

Konkret sind in Tirol 104.067 Personen, das sind 13,6% der Bevölkerung, von Ausgrenzung bedroht. Österreichweit liegt die Ausgrenzungsgefährdungsquote bei 17,8%.
Ein-Eltern-Haushalte mit mindestens einem Kind sind von Armut- oder Ausgrenzung mit einer Quote von 53,5% sehr stark gefährdet.
Ebenfalls eine erhöhte Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung weisen Einpersonenhaushalte (27,4%), Pensionist:innen (21,8%) und Personen deren Geburstland nicht Österreich ist (25,3%) auf.

Mehrfach-Ausgrenzungsgefährdung - “Manifeste Armut”

Mehrfach-Ausgrenzungsgefährdung liegt vor, wenn Personen von mindestens zwei der drei genannten Teilbereichen betroffen sind. Diese Personen gelten als manifest arm.
Dieser Definition folgend gelten in Tirol 10.536 Personen als manifest arm. Das entspricht einer Mehrfach-Ausgrenzungsgefährdungquote von 1,4%. Auf Bundesebene sind 390.798 Personen (4,3%) als manifest arm einzustufen.

Working Poor

Mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle müssen in Tirol etwa 6,7% der Erwerbstätigen leben. Diese rund 24.028 als „Working Poor“ bezeichneten Personen erreichen ein jährliches äquivalisiertes Einkommen von 16.052 Euro. Rund 12.710 Personen mit Vollzeitbeschäftigung (= 5,3% aller vollzeitbeschäftigten Personen) gelten als Working Poor. Bei den Teilzeitbeschäftigten liegt die Quote bei 7,7% (bezogen auf alle teilzeitbeschäftigten Personen), das sind 6.230 Personen.

2 Einleitung

2.1 Erläuterungen zu den EU-SILC Erhebungen

EU-SILC (Statistics on Income and Living Conditions) bezeichnet eine Statistik über Einkommen und Lebensbedingungen von Privathaushalten in Europa. Sie bildet eine wichtige Grundlage für die Europäische Sozialstatistik.

In Österreich wurde EU-SILC erstmals 2003 als einmalige Querschnittserhebung von STATISTIK AUSTRIA durchgeführt. Mit 2004 begann eine integrierte Längs- und Querschnittserhebung – das heißt, jeweils rund drei Viertel der Haushalte werden auch im Folgejahr wieder befragt, ein Viertel der Stichprobe kommt jährlich neu dazu (Rotationsprinzip). Grundlage für die Stichprobe ist eine reine Zufallsauswahl aus dem zentralen Melderegister. Alle Personen eines Haushalts ab 16 Jahren werden persönlich befragt. Zusätzlich werden grundlegende Informationen zu Kindern erhoben, womit sich auf Bundesebene ein umfassendes Bild der Einkommens- und Lebenssituation von Menschen in österreichischen Haushalten zeichnen lässt.

Seit dem Vorliegen der Einkommens- und Lebensbedingungen-Statistikverordnung (ELStV) ist STATISTIK AUSTRIA dazu angehalten, Einkommen der Statistik EU-SILC aus Verwaltungsdaten zu befüllen. In die Erhebung EU-SILC 2011 wurden erstmals schrittweise Verwaltungsdaten miteinbezogen. Seit dem Projekt EU-SILC 2012 werden Registerdaten in großem Ausmaß sowohl für die Berechnung von Komponenten des Haushaltseinkommens herangezogen, als auch für die Gewichtung verwendet. Aufgrund der unterschiedlichen strukturellen Beschaffenheit von Befragungs- und Verwaltungsdaten unterliegt die Vergleichbarkeit der Ergebnisse aus diesen beiden Quellen nicht unerheblichen Einschränkungen. Es entsteht somit vor allem bei den Einkommensvariablen sowie bei den einkommensbasierten Sozialindikatoren ab EU-SILC 2012 ein deutlicher Bruch in der Zeitreihe. Darüber hinaus sind aufgrund der geänderten Gewichtung auch nicht-einkommensbasierte Indikatoren betroffen. Deshalb wurde von STATISTIK AUSTRIA, gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz beschlossen, die Daten auch der Vorjahre 2008 – 2011 auf Basis von Verwaltungsdaten zurückzurechnen um eine methodisch kontinuierliche Zeitreihe ab 2008 zu ermöglichen (siehe Lamei u. a. (2014)).

Bei Veröffentlichung dieser Arbeit hatte die Tiroler Landesstatistik die Erhebungen EU-SILC 2023 – 2025 auf Basis von Verwaltungsdaten zur Verfügung. Die Stichprobengrößen der in dieser Arbeit verwendeten Erhebungen sind in Tabelle 1 dargestellt.

Aus den relativ kleinen Stichprobengrößen für Tirol resultieren bei der Schätzung von tiefer gegliederten Merkmalen zum Teil hohe Standardfehler. Diese führen zu größeren statistischen Schwankungsbreiten und damit zu erschwerter Interpretation der interessierenden Schätzergebnisse. Dieses Problem betraf auch alle EU- SILC Auswertungen der Jahre 2003/04 bis 2010.

Um dieser Problematik etwas entgegenzuwirken werden in dieser Arbeit die Daten von drei aufeinanderfolgenden Erhebungen verwendet. Die interessierenden Parameter der Erhebungen 2023 bis 2025 werden für jedes Jahr geschätzt und ein 3-jähriger, symmetrischer Durchschnitt (arithmetisches Mittel) errechnet. Die Parameter für das Jahr 2024 werden aus dem Durchschnitt der Jahre 2023, 2024 und 2025 geschätzt. Die Schätzer sowie die statistischen Fehler (Standardfehler, Konfidenzintervalle) werden mittels Bootstrap- Verfahren ermittelt, welches das Stichprobendesign (Rotationsprinzip) berücksichtigt. Verwendet wurde hierfür das für die Statistik Software R (siehe R Core Team (2019)) von Statistik Austria entwickelte Packet"sdsurvey" (siehe Gussenbauer u. a. (2022)).

Die Idee der 3- jährigen Durchschnitte basiert auf der Beobachtung, dass sich die Einkommen einerseits und die Parameter der Armuts- bzw. Ausgrenzungsgefährdung andererseits nur sehr langfristig ändern. Der Verlust an Aktualität zu Gunsten aussagestärkerer Punktschätzer mit geringeren Schwankungsbreiten kann somit hingenommen werden.
Wird in der vorliegenden Arbeit auf eine Jahresangabe verzichtet, repräsentieren die ausgewiesenen Werte Durchschnitte der Jahre 2023 bis 2025.
Ausnahmen bilden Kapitel 4.1.2.2, das die Zeitreihe der Armutsgefährdungsquote nach Einzeljahren darstellt, sowie Kapitel 4.1.3, in dem die Berechnung des Indikators “Dauerhafte Armutsgefährdung” definitionsgemäß ebenfalls auf Einzeljahreswerten basiert.

Tabelle 1: Stichprobengrößen nach Haushalten und Personen
Jahr Bundesland Haushalte Personen
unter 16 Jahren 16 Jahre und älter Insgesamt
2023 Burgenland 218 54 399 453
2023 Kärnten 479 147 824 971
2023 Niederösterreich 1.126 384 1.997 2.381
2023 Oberösterreich 910 295 1.610 1.905
2023 Salzburg 389 157 686 843
2023 Steiermark 858 253 1.502 1.755
2023 Tirol 533 188 931 1.119
2023 Vorarlberg 274 127 476 603
2023 Wien 1.335 384 2.068 2.452
2023 Österreich 6.122 1.989 10.493 12.482
2024 Burgenland 222 50 402 452
2024 Kärnten 463 130 782 912
2024 Niederösterreich 1.126 376 1.993 2.369
2024 Oberösterreich 885 313 1.576 1.889
2024 Salzburg 383 150 668 818
2024 Steiermark 874 287 1.484 1.771
2024 Tirol 591 211 1.003 1.214
2024 Vorarlberg 282 107 475 582
2024 Wien 1.367 418 2.131 2.549
2024 Österreich 6.193 2.042 10.514 12.556
2025 Burgenland 211 56 367 423
2025 Kärnten 442 125 732 857
2025 Niederösterreich 1.088 363 1.928 2.291
2025 Oberösterreich 999 391 1.762 2.153
2025 Salzburg 420 167 721 888
2025 Steiermark 845 250 1.443 1.693
2025 Tirol 567 189 978 1.167
2025 Vorarlberg 261 98 431 529
2025 Wien 1.409 404 2.240 2.644
2025 Österreich 6.242 2.043 10.602 12.645

2.2 Europäische Indikatoren zu Armut und sozialer Eingliederung

Im Juni 2010 haben sich die Europäischen Regierungen auf eine neue Wachstumsstrategie bis zum Jahr 2020 geeinigt. Diese sogenannte „Europa 2020“ Strategie folgt der im Jahr 2000 beschlossenen Lissabon- Strategie. Unter anderem wird erstmals ausdrücklich ein Schwerpunkt auf die Verringerung von Armut gelegt und es werden dafür auch konkrete Zielvorgaben gemacht.
Im Jahr 2017 wurde in Göteburg die Europäische Säule sozialer Rechte beschlossen. Um diese umzusetzen legte die Kommission im März 2021 ein neues Kernziel fest, nämlich die Zahl der Menschen in Armut bis 2030 um mindestens 15 Millionen (davon mindestens 5 Millionen Kinder) zu verringern. Es wurde ein Aktionsplan, die Europa 2030-Strategie entwickelt.
Zur Messung der Zielerreichung wird der Indikator der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung herangezogen. Dieser Indikator setzt sich aus drei Teilbereichen zusammen.
Demnach gelten Personen als armuts- oder ausgrenzungsgefährdet

  • deren äquivalisiertes Haushaltseinkommen unterhalb eines festgelegten Schwellenwertes (Armutsgefährdungsschwelle = 60% des nationalen Medianeinkommens) liegt oder

  • die erheblich materiell und sozial benachteiligt sind oder

  • die in einem Haushalt mit keiner oder sehr niedriger Erwerbsintensität leben.

In der vorliegenden Arbeit werden der Indikator der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung, sowie alle Teilbereiche für Tirol genauer betrachtet.

2.3 Erklärung zu den in der Publikation verwendeten Box-Plot Grafiken

In den Abbildungen 2, 3 und weiteren Grafiken werden sogenannte Box-Plots (ohne zusätzliche Unterscheidung von Ausreißern) verwendet, um Verteilungen darzustellen. Mithilfe von Box-Plots können die mittlere Lage und Streuung einer Verteilung (Gruppe von mehreren Messdaten) übersichtlich dargestellt und mit anderen Verteilungen verglichen werden. Hierfür werden die Messwerte zunächst der Größe nach geordnet und anschließend folgende Werte ermittelt:

  • Minimum: Bezeichnet den kleinsten Datenwert.
  • erstes Quartil: Bezeichnet den Datenpunkt, für welchen 25 % der Messwerte gleich oder kleiner sind.
  • Median: Bezeichnet den Datenpunkt, für welchen die Hälfte der Messwerte gleich oder kleiner sind.
  • drittes Quartil: Bezeichnet den Datenpunkt, für welchen 75 % der Messwerte gleich oder kleiner sind.
  • Maximum: Bezeichnet den größten Datenwert.

In Abbildung 1 wird ein Box-Plot anhand eines Beispieldatensatzes mit Einkommen von 102 fiktiven Haushalten erläutert. In der linken Abbildung wird die Verteilung als Histogramm dargestellt und in der rechten als Box-Plot, wobei die einzelnen Elemente des Box-Plots mit Hilfstexten versehen wurden. Wie man in Abbildung 1 erkennen kann, besteht der Box-Plot im Wesentlichen aus vier Elementen:

  • einer Box (schwarzer Rahmen), welche vertikal vom ersten bis zum dritten Quartil der Verteilung aufgespannt wird. Im Beispiel liegt das erste Quartil bei 4.925 Euro und das dritte Quartil bei 6.300 Euro. Die Breite der Box hat keine spezielle Bedeutung, die Höhe hingegen schon. Die Position der Box zeigt an, dass genau die Hälfte aller erfassten Haushalte zwischen 4.925 und 6.300 Euro Haushaltseinkommen erreichen.
  • dem Median-Wert, welcher als dicke, horizontale Linie innerhalb der Box dargestellt wird. Im Beispiel liegt der Median-Wert des Haushaltseinkommens bei 5.800 Euro. Dies bedeutet, dass genau die Hälfte aller erfassten Haushalte ein höheres bzw. niedrigeres Einkommen als 5.800 Euro haben.
  • dem Minimum, welches durch eine vertikal von der Box nach unten verlaufenden Linie, auch Antenne oder Whisker genannt, angedeutet wird. Das untere Ende der Linie entspricht dem Minimum der Verteilung. In diesem Beispiel liegt das Minimum bei 1.500 Euro.
  • dem Maximum, welches durch eine vertikal von der Box nach oben verlaufenden Linie, auch Antenne oder Whisker genannt, angedeutet wird. Das obere Ende der Linie entspricht dem Maximum der Verteilung. In diesem Beispiel liegt das Maximum bei 7.400 Euro.

ACHTUNG: Im Gegensatz zur Definition der Box ist die Definition der Antennen bzw. Whiskers nicht immer einheitlich! Im vorliegenden Bericht repräsentieren die Whiskers, im Gegensatz zum hier erläuterten Beispiel, nicht das Maximum bzw. Minimum sondern das 10% bzw. 90% Perzentil. D.h., jene 10% der Haushalte mit den niedrigsten Einkommen erhalten weniger als die untere Grenze des Whiskers angibt, jene 10% mit den höchsten Einkommen erhalten mehr als das obere Ende des Whiskers anzeigt. Grund dafür ist die bessere Darstellbarkeit der Box-Plots, denn extreme Außreiser können dabei unberücksichtigt bleiben.

Abbildung 1: Lesebeispiel für einen Box-Plot

Lesebeispiel für einen Box-Plot

3 Einkommen und Lebensstandard

3.1 Verfügbares Haushaltseinkommen

Auf Grundlage der Daten aus den EU-SILC–Erhebungen kann auf das verfügbare Einkommen der Tiroler Haushalte hochgerechnet werden. Als Einkommenszeitraum gilt jeweils das Vorjahr des Erhebungsjahres, beispielsweise gelten in den Erhebungen EU-SILC 2023, 2024 und 2025 die Jahre 2022, 2023 und 2024 als Referenzjahre für die Einkommen. Privatpensionen werden in die Berechnung des Haushaltseinkommens nicht miteinbezogen.

Die Berechnung des verfügbaren Haushaltseinkommens wird in folgender Weise durchgeführt:

Erwerbseinkommen aus unselbständiger und selbständiger Erwerbstätigkeit
+ Kapitalerträge ( Zinsen und Dividenden)
= Markteinkommen brutto
+ Pensionen (Eigen- und Hinterbliebenenpensionen)
= Primäreinkommen brutto
+ Sozialtransfers
= Brutto-Einkommen
- Steuern und Sozialabgaben
= Netto-Einkommen
+/- regelmäßige Privattransfers ( Alimente, Unterhaltszahlungen, …)

= verfügbare Haushaltseinkommen (ohne Mitberücksichtigung von Privatpensionen)

Zu den Sozialtransfers gehören:

  • Arbeitslosenunterstützung
  • Krankengeld
  • Behindertenunterstützung
  • ausbildungsbezogenen Zulagen
  • Kinderbeihilfe
  • Sozialhilfe
  • Mietzinsbeihilfen (inkl. Energiezuschüsse für Heizung, Strom, Wasser usw.)

3.1.1 Verfügbares Haushaltseinkommen - Soziodemographische Merkmale

Im Folgenden wird das verfügbare Haushaltseinkommen vor und nach sozialen Transferzahlungen nach soziodemographischen Merkmalen in Tirol und Österreich betrachtet.

Tabelle 2: Verfügbares Haushaltseinkommen in Tirol
Soziodemographische Merkmale Verfügbares Haushaltseinkommen in Tirol - Median (in Euro)
inkl. soziale Transfers exkl. soziale Transfers Anzahl der betroffenen Haushalte
Gesamt 48.741 42.808 344.156
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ 46.458 44.867 46.380
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 58.765 57.740 53.132
Andere Haushalte ohne Kinder 90.769 86.836 26.609
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind (32.403) (26.686) (5.832)
2 Erwachsene, 1 Kind 68.967 60.630 26.653
2 Erwachsene, 2 Kinder 68.975 59.803 33.811
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder (78.993) (68.449) (14.263)
Sonstige Haushalte mit Kindern (95.783) (86.847) (10.501)
Alleinlebend < 65 30.095 29.190 71.579
Alleinlebend 65+ 24.320 23.639 55.397
Alleinlebend Männer 31.106 29.940 59.637
Alleinlebend Frauen 24.857 24.056 67.339
Haushalt ohne Kinder 40.270 37.351 253.096
Haushalt mit Kindern 73.069 62.937 91.060
HH m. Pensionen - Alleinlebende Männer 26.752 26.464 16.461
HH m. Pensionen - Alleinlebende Frauen 23.901 23.300 32.684
Mehrpersonenhaushalt m. Pensionen 48.629 47.764 46.624
HH ohne Pensionen - Alleinlebende Männer 32.858 31.375 43.577
HH ohne Pensionen - Alleinlebende Frauen 25.688 24.828 34.655
Mehrpersonenhaushalt ohne Pensionen u. ohne Kinder 66.988 64.916 81.034
Mehrpersonenhaushalt m. 1 Kind 74.683 63.329 34.046
Mehrpersonenhaushalt m. 2 Kindern 70.262 63.333 33.903
Mehrpersonenhaushalt m. mind. 3 Kindern (75.957) (63.893) (15.387)
HH m. männlichem Hauptverdiener 57.969 51.959 231.184
HH m. weiblicher Hauptverdienerin 31.107 28.263 112.972
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.
Tabelle 3: Verfügbares Haushaltseinkommen in Österreich
Soziodemographische Merkmale Verfügbares Haushaltseinkommen in Österreich - Median (in Euro)
inkl. soziale Transfers exkl. soziale Transfers Anzahl der betroffenen Haushalte
Gesamt 48.211 43.490 4.149.294
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ 50.433 49.248 530.998
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 62.937 59.772 667.523
Andere Haushalte ohne Kinder 89.974 84.906 247.680
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind 37.162 29.036 111.314
2 Erwachsene, 1 Kind 66.309 57.226 365.595
2 Erwachsene, 2 Kinder 73.295 64.052 336.909
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder 68.711 56.096 150.759
Sonstige Haushalte mit Kindern 94.494 87.478 139.132
Alleinlebend < 65 29.436 27.990 1.007.251
Alleinlebend 65+ 26.954 26.239 592.133
Alleinlebend Männer 30.306 28.839 746.350
Alleinlebend Frauen 27.045 25.830 853.033
Haushalt ohne Kinder 40.638 38.417 3.045.584
Haushalt mit Kindern 69.439 59.217 1.103.709
HH m. Pensionen - Alleinlebende Männer 29.344 28.945 177.667
HH m. Pensionen - Alleinlebende Frauen 25.906 25.209 363.329
Mehrpersonenhaushalt m. Pensionen 52.295 50.854 549.830
HH ohne Pensionen - Alleinlebende Männer 30.662 28.778 569.084
HH ohne Pensionen - Alleinlebende Frauen 27.992 26.600 489.856
Mehrpersonenhaushalt ohne Pensionen u. ohne Kinder 68.481 64.785 926.040
Mehrpersonenhaushalt m. 1 Kind 71.834 63.749 439.957
Mehrpersonenhaushalt m. 2 Kindern 74.818 65.435 373.096
Mehrpersonenhaushalt m. mind. 3 Kindern 70.153 55.923 156.261
HH m. männlichem Hauptverdiener 56.420 50.714 2.575.135
HH m. weiblicher Hauptverdienerin 35.781 32.306 1.574.159
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.

3.1.2 Verfügbares Haushaltseinkommen - Verteilung und Bundesländervergleich

Ein weiterer interessanter Aspekt der Haushaltseinkommen ist deren Verteilung. Ein Maß zur Messung der Konzentration der Einkommen ist die sogenannte S80/S20 Quote. Diese Quote setzt das obere Quintil der Verteilung mit dem unteren Quintil in Relation und gibt Auskunft darüber, um wie viel Mal höher die Summe der Einkommen jener 20% der Bevölkerung mit dem höchsten Einkommen gegenüber jenen 20% mit dem geringsten Einkommen ist. Ein weiterer Parameter der zu einer Aussage über die Verteilung des Einkommens herangezogen werden kann ist der GINI- Index (= GINI- Koeffizient ausgedrückt in Prozent). Der GINI- Index ist ein statistisches Maß für die Ungleichheit und kann Werte zwischen Null und Hundert annehmen (GINI- Koeffizient, Werte zwischen Null und Eins), wobei Null eine perfekte Gleichverteilung bedeutet, während er im Extremfall einer maximalen Ungleichverteilung (bspw. ein Haushalt würde das gesammte Einkommen erhalten) den Wert Hundert annimmt.

Abbildung 2: Verteilung des verfügbaren Einkommens vor sozialen Transfers

Die zugehörigen Daten zu dieser Grafik finden Sie in der Tabelle unterhalb.
  • Die Whiskergrenzen geben bei diesem Boxplot das 10. bzw. 90 Perzentil an.


Tabelle 4: Verfügbares Haushaltseinkommen vor sozialen Transfers - Verteilung
...% der Haushalte im Bundesland verfügen über weniger als ... Euro Verfügbares Haushaltseinkommen vor sozialen Transfers
Bgld. Sbg. Vbg. Ktn. T Stmk. W AT
10% 19.432 16.414 10.773 14.684 15.560 16.736 17.235 13.004 4.080 13.022
25% 29.673 28.369 24.295 25.332 27.172 29.124 28.876 25.188 20.813 26.195
50% 48.836 45.901 46.417 42.167 42.808 45.606 47.585 42.509 37.241 43.490
75% 72.403 67.541 69.470 64.146 68.797 69.196 73.535 68.603 62.285 68.216
90% 113.661 99.322 95.262 97.739 95.355 95.542 100.691 100.949 89.441 96.304
Gini-Index 36,6 37,5 38,2 37,9 36,1 37,3 37,7 39,9 44,2 39,5
S80/S20-Verhältnis 7,2 7,7 10,7 8,7 7,5 7,8 8,2 10,1 19,9 10,1

Abbildung 3: Verteilung des verfügbaren Einkommens nach sozialen Transfers

Die zugehörigen Daten zu dieser Grafik finden Sie in der Tabelle unterhalb.
  • Die Whiskergrenzen geben bei diesem Boxplot das 10. bzw. 90 Perzentil an.


Tabelle 5: Verfügbares Haushaltseinkommen nach sozialen Transfers - Verteilung
...% der Haushalte im Bundesland verfügen über weniger als ... Euro Verfügbares Haushaltseinkommen nach sozialen Transfers
Bgld. Sbg. Vbg. Ktn. T Stmk. W AT
10% 22.972 19.765 17.917 18.634 18.982 22.450 21.104 17.766 16.241 19.045
25% 33.482 30.913 29.029 28.161 29.034 32.168 32.337 28.111 26.268 29.503
50% 53.857 49.979 50.579 46.592 48.741 51.532 52.863 47.258 42.747 48.211
75% 79.419 73.600 75.457 70.208 74.887 73.990 78.720 73.881 67.320 73.406
90% 118.729 103.783 100.175 105.164 98.478 100.084 105.262 104.918 92.938 101.489
Gini-Index 34,0 35,4 34,6 35,3 34,1 34,1 34,9 36,6 37,5 35,7
S80/S20-Verhältnis 5,8 6,5 6,6 6,6 6,3 5,8 6,3 7,1 7,5 6,7

3.1.3 Verfügbares Haushaltseinkommen - Zeitliche Entwicklung

In Grafik 4 ist die zeitliche Entwicklung des verfügbaren Haushaltseinkommens inklusive Transferzahlungen für Tirol und Österreich abgebildet. Die hellblauen bzw. hellroten Flächen stellen die jeweiligen 95%- Konfidenzintervalle dar. Die Grenzen des Konfidenzintervalls werden durch die entsprechenden Quantile (2,5%- und 97,5%-Quantil) der Bootstrap-Verteilung bestimmt.

Abbildung 4: Entwicklung des verfügbaren Einkommens inkl. sozialer Transfers

Die zugehörigen Daten zu dieser Grafik finden Sie in der Tabelle unterhalb.
Entwicklung des verfügbaren Einkommens inkl. sozialer Transfers
Periode Verfügbares Einkommen (inkl. sozialer Transfers) in Euro
in Tirol in Österreich
2010 - 2012 34.228 31.925
2011 - 2013 34.464 32.492
2012 - 2014 35.576 33.570
2013 - 2015 35.595 34.134
2014 - 2016 36.098 34.694
2015 - 2017 36.857 35.333
2016 - 2018 37.502 35.929
2017 - 2019 38.053 36.977
2018 - 2020 38.208 37.976
2019 - 2021 39.496 39.198
2020 - 2022 40.230 39.949
2021 - 2023 41.821 41.826
2022 - 2024 44.329 44.597
2023 - 2025 48.741 48.211

3.2 Äquivalenzeinkommen

Wie bereits erörtert, versteht man unter dem verfügbaren Haushaltseinkommen die Summe aller Primäreinkommen, das sind Einkommen aus unselbständiger und selbständiger Erwerbstätigkeit sowie Einnahmen aus Kapitalbesitz der im Haushalt lebenden Personen, zuzüglich aller empfangenen Transferleistungen (z.B. Arbeitslosengeld, Kindergeld, Karenzgeld, Renten infolge Krankheit/Unfall/Invalidität,…), abzüglich Steuern und Sozialleistungen.
Das Äquivalenzeinkommen (oder auch äquivalisiertes Haushaltseinkommen) geht zwar vom verfügbaren Einkommen aus, setzt dieses Einkommen aber mit festgelegten Gewichtungsfaktoren in Relation zu Anzahl und Alter der im Haushalt lebenden Personen.

3.2.1 Bestimmung des Lebensstandards durch das Äquivalenzeinkommen

EU-SILC gewährt vor allem Einblicke in die Einkommenssituation der befragten Haushalte und Personen. Doch erst eine Gegenüberstellung des jeweiligen Bedarfs eines Haushaltes und dessen verfügbarer Ressourcen gibt näherungsweise Auskunft über den Lebensstandard der Haushaltsmitglieder. Es gibt verschiedene statistische Methoden, den bedarfsgewichteten Ressourcenzugang bzw. das äquivalisierte Haushaltseinkommen zu bestimmen. Die üblichen Analysen gehen dabei von der Annahme aus, dass alle Personen, die in einem gemeinsamen Haushalt leben, in selber Weise am gesamten verfügbaren Einkommen partizipieren und dieses Einkommen somit den individuellen Ressourcenzugang definiert.

Der tatsächliche Ressourcenbedarf ist empirisch schwer feststellbar. Konsumausgaben hängen sehr stark von persönlichen Präferenzen ab und gehen meist über den Mindestbedarf hinaus. In Publikationen und Studien zu diesem Thema wird der Ressourcenbedarf fast immer über konventionell festgelegte Bedarfsgewichte (Äquivalenzskalen) festgelegt. Dabei wird davon ausgegangen, dass größere Haushalte weniger Einkommen benötigen als mehrere Einpersonenhaushalte. Die Gewichtungsfaktoren unterscheiden sich teilweise, abhängig vom angenommenen Einsparungspotential (Elastizität). In dieser Arbeit wird die so genannte EU-Skala angewendet, die im Folgenden kurz erläutert wird.

Eine allein lebende, erwachsene Person erhält den Wert 1, der als Referenzpunkt (Konsumäquivalente) gilt. Dieser setzt sich zusammen aus dem Fixbedarf für den Haushalt (Gewicht: 0,5) und dem Fixbedarf für die erste Person (Gewicht: 0,5). Der unterstellte Ressourcenbedarf steigt mit jedem weiteren Erwachsenen um eine halbe Konsumäquivalente und jedes weitere Kind unter 14 Jahren wird mit 0,3 Konsumäquivalenten gewichtet. Zur Verdeutlichung der Berechnung des Einkommensbedarfes sind in Tabelle 5 einige Berechnungsbeispiele dargestellt. Das Äquivalenzeinkommen ergibt sich somit durch Division des verfügbaren Haushaltseinkommens durch die jeweilige Konsumäquivalente des Haushaltes.

Tabelle 6: Beispiele zur Berechnung des Einkommensbedarfs (in Konsumäquivalenten)
Fixbedarf des Haushaltes Bedarf für Erwachsene Bedarf für Kinder Gesamtbedarf
Einpersonenhaushalt 0,5 0,5 - 1,0
Ein-Elternhaushalt mit 2 Kindern 0,5 0,5 0,6 1,6
Familie mit 1 Kind 0,5 1,0 0,3 1,8

3.2.2 Mittleres äquivalisiertes Haushaltseinkommen pro Jahr in Tirol: 33.544 Euro

Im Untersuchungszeitraum liegt der Median des äquivalisierten Einkommens in Tirol bei 33.544 Euro jährlich. D.h. 50% der Haushalte verdienen mehr, 50% verdienen weniger als 33.544 Euro. Das mediane Äquivalenzeinkommen in Österreich beträgt € 33.733. Das äquivalisierte Einkommen liegt in Tirol um knapp -0,6 % unter dem Österreichschnitt und ist im Prinzip als Ressource zu verstehen, welche jeder in einem Haushalt lebenden Person jährlich für Ausgaben und Sparen zur Verfügung steht. Leben beispielsweise ein Mann und eine Frau in diesem Haushalt, so steht diese Ressource rechnerisch beiden gleichermaßen zu. Geschlechtsunterschiede im äquivalisierten Haushaltseinkommen treten somit definitionsgemäß nur deswegen auf, weil Männerhaushalte im Schnitt ein etwas höheres Einkommen erzielen als Frauenhaushalte, egal ob es sich um Einpersonenhaushalte oder Wohngemeinschaften handelt.

Insgesamt ergibt sich bei geschlechterweiser Betrachtung ein jährliches Äquivalenzeinkommen von 34.176 Euro für die Männer und von 32.398 Euro für die Frauen. Der Unterschied ist statistisch allerdings nicht signifikant. Der Median des äquivalisierten Haushaltseinkommens liegt bei Personen, deren Geburtsland nicht Österreich ist, um knapp 7.011 Euro netto jährlich niedriger. Das niedrigste Nettohaushaltseinkommen erzielt die Gruppe der Ein-Elternhaushalte mit mind. ein Kind. Das mediane äquivalisierte Einkommen liegt mit rund 22.503 Euro im Jahr etwa 11.042 Euro unterhalb des Durchschnitteinkommens. Erwerbstätigkeit erhöht die Wahrscheinlichkeit auf ein überdurchschnittliches Einkommen deutlich. Im Gegensatz zu Personen ohne Erwerbstätigkeit, erzielen erwerbstätige Personen ein um 5.822 Euro höheres äquivalisiertes Haushaltseinkommen. Tabelle 7 und 8 fasst die Ergebnisse für Tirol und Österreich zusammen.

Tabelle 7: Äquivalisiertes Haushaltseinkommen in Tirol
Soziodemographische Merkmale Äquivalisiertes Haushaltseinkommen in Tirol - Median (in Euro)
nach sozialen Transfers vor sozialen Transfers Anzahl der betroffenen Personen
Gesamt 33.544 30.325 762.837
Frauen 32.398 29.389 381.289
Männer 34.176 31.418 381.547
Geburtsland nicht Österreich 28.622 25.803 152.184
Geburtsland Österreich 35.633 32.869 482.949
ledig 35.253 31.991 206.312
verheiratet, eingetragene Partnerschaft 35.220 32.431 340.959
verwitwet 27.047 25.991 37.295
geschieden 29.400 27.857 50.334
jünger 15 Jahre 29.626 25.532 117.454
jünger 20 Jahre 31.646 27.707 168.949
älter 14 und jünger 65 Jahre 35.717 32.793 496.740
älter 17 und jünger 65 Jahre 35.933 33.038 464.674
älter 65 Jahre 28.271 27.212 138.832
erwerbstätig 37.767 34.902 334.363
nicht erwerbstätig 31.945 29.267 56.191
Pensionisten 29.506 27.878 177.402
Einpersonenhaushalt 27.630 26.804 127.377
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ 30.972 29.911 92.759
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 39.176 38.494 106.263
Andere Haushalte ohne Kinder 43.677 41.711 84.192
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind 22.503 16.395 14.463
2 Erwachsene, 1 Kind 37.024 33.198 79.959
2 Erwachsene, 2 Kinder 31.863 27.974 135.242
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder 28.608 23.014 74.170
Sonstige Haushalte mit Kindern 32.668 26.652 48.813
wohnhaft in ...
dicht besiedelt 27.672 23.746 98.052
mittel besiedelt 35.182 31.648 350.717
dünn besiedelt 33.295 30.145 314.068
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.
Tabelle 8: Äquivalisiertes Haushaltseinkommen in Österreich
Soziodemographische Merkmale Äquivalisiertes Haushaltseinkommen in Österreich - Median (in Euro)
nach sozialen Transfers vor sozialen Transfers Anzahl der betroffenen Personen
Gesamt 33.733 30.678 9.016.502
Frauen 32.932 29.832 4.568.258
Männer 34.572 31.467 4.448.244
Geburtsland nicht Österreich 26.765 22.831 1.738.645
Geburtsland Österreich 36.844 33.995 5.851.048
ledig 34.839 31.775 2.580.811
verheiratet, eingetragene Partnerschaft 36.035 33.102 3.859.479
verwitwet 29.535 28.101 471.614
geschieden 28.590 26.110 676.437
jünger 15 Jahre 30.163 24.952 1.319.804
jünger 20 Jahre 30.808 25.955 1.852.484
älter 14 und jünger 65 Jahre 35.486 32.079 6.011.419
älter 17 und jünger 65 Jahre 35.615 32.267 5.690.835
älter 65 Jahre 31.363 30.443 1.565.176
erwerbstätig 38.717 35.919 3.779.628
nicht erwerbstätig 29.132 23.979 941.568
Pensionisten 31.837 30.470 2.059.229
Einpersonenhaushalt 28.467 27.175 1.599.936
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ 33.622 32.832 1.061.997
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 41.958 39.848 1.335.045
Andere Haushalte ohne Kinder 42.227 39.876 817.497
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind 22.445 17.034 286.493
2 Erwachsene, 1 Kind 35.952 30.788 1.096.784
2 Erwachsene, 2 Kinder 33.405 29.062 1.347.638
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder 26.486 20.905 792.358
Sonstige Haushalte mit Kindern 33.951 31.002 679.308
wohnhaft in ...
dicht besiedelt 31.486 28.439 2.910.975
mittel besiedelt 34.671 31.348 2.774.652
dünn besiedelt 34.665 31.734 3.330.875
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.

3.2.3 Äquivalisiertes Haushaltseinkommen - Verteilung und Bundesländervergleich

In den Abbildungen 5 und 6 sowie den Tabellen 9 und 10 sind die äquivalisierten Haushaltseinkommen vor und nach Einrechnung der sozialen Transferzahlungen dargestellt.
Wie man an den Einkommensperzentilen in Tirol erkennen kann, wirken sich die sozialen Transfers auf die unteren Einkommen deutlich stärker aus als auf die höheren Einkommen. Die 10% der Haushalte mit dem niedrigsten Einkommen erhielten rund 36% ihres Durchschnittseinkommens an Transferzahlungen ausbezahlt, bei den 10% der Haushalte mit dem höchsten Einkommen machten die sozialen Transfers nur zirka 4% des Durchschnittseinkommens aus. Diese Tatsache zeigt den positiven Umverteilungseffekt deutlich, denn durch die sozialen Transferzahlungen werden die Haushaltseinkommen etwas gleicher verteilt. Dies zeigen auch die beiden Verteilungsparameter, der Gini- Index und das S80/S20- Verhältnis. Letzteres zeigt, dass die Summe der äquivalisierten Einkommen jener 20% der Haushalte mit den höchsten Einkommen vor den sozialen Transferzahlungen etwa mal so hoch ist wie jene der 20% der Haushalte mit den niedrigsten Enkommen. Nach Einrechnung der sozialen Transfers reduziert sich dieser Faktor auf .

Abbildung 5: Verteilung des äquivalisierten Einkommens vor sozialen Transfers

Die zugehörigen Daten zu dieser Grafik finden Sie in der Tabelle unterhalb.
  • Die Whiskergrenzen geben bei diesem Boxplot das 10. bzw. 90 Perzentil an.


Tabelle 9: Äquivalisiertes Haushaltseinkommen vor sozialen Transfers - Verteilung
...% der Haushalte im Bundesland verfügen über weniger als ... Euro Äquivalisiertes Haushaltseinkommen vor sozialen Transfers
Bgld. Sbg. Vbg. Ktn. T Stmk. W AT
10% 16.515 14.440 7.904 11.192 14.092 14.077 15.177 12.635 2.955 11.076
25% 25.151 22.494 20.826 20.379 20.977 21.514 22.723 21.245 14.171 20.553
50% 32.987 31.703 31.812 30.208 30.325 30.950 32.541 30.335 27.893 30.678
75% 45.381 42.063 40.869 42.333 40.753 42.195 43.792 41.705 41.459 42.240
90% 58.957 57.395 55.032 55.781 51.164 54.555 58.411 55.617 57.039 56.398
Gini-Index 28,3 30,4 32,1 31,0 29,0 31,6 31,4 31,8 41,6 33,5
S80/S20-Verhältnis 4,3 5,0 7,2 5,7 4,8 5,4 5,5 5,9 17,5 7,0

Abbildung 6: Verteilung des äquivalisierten Einkommens nach sozialen Transfers

Die zugehörigen Daten zu dieser Grafik finden Sie in der Tabelle unterhalb.
  • Die Whiskergrenzen geben bei diesem Boxplot das 10. bzw. 90 Perzentil an.


Tabelle 10: Äquivalisiertes Haushaltseinkommen nach sozialen Transfers - Verteilung
...% der Haushalte im Bundesland verfügen über weniger als ... Euro Äquivalisiertes Haushaltseinkommen nach sozialen Transfers
Bgld. Sbg. Vbg. Ktn. T Stmk. W AT
10% 22.595 19.592 13.964 17.513 19.159 19.337 19.899 18.331 13.592 17.445
25% 27.949 26.536 25.305 24.416 25.609 26.038 26.585 25.544 20.375 24.866
50% 36.879 34.502 34.350 33.571 33.544 33.930 35.778 33.725 31.111 33.733
75% 47.268 44.740 43.779 44.430 42.651 44.107 45.781 43.622 43.582 44.286
90% 60.342 58.983 56.596 57.541 52.989 56.044 59.674 57.251 58.724 57.785
Gini-Index 24,3 26,5 27,0 26,2 24,9 26,4 27,1 26,6 32,9 28,0
S80/S20-Verhältnis 3,2 3,7 4,4 3,9 3,6 3,7 4,0 3,9 5,8 4,3

3.2.4 Äquivalisiertes Haushaltseinkommen - Zeitliche Entwicklung

In Grafik 7 ist die zeitliche Entwicklung des äquivalisierten Haushaltseinkommens inklusive sozialer Transfers für Tirol und Österreich abgebildet. Die hellblauen bzw. hellroten Flächen stellen die jeweiligen 95%- Konfidenzintervalle dar. Die Grenzen des Konfidenzintervalls werden durch die entsprechenden Quantile (2,5%- und 97,5%-Quantil) der Bootstrap-Verteilung bestimmt.

Abbildung 7: Entwicklung des äquivalisierten Einkommens inkl. sozialer Transfers

Die zugehörigen Daten zu dieser Grafik finden Sie in der Tabelle unterhalb.
Entwicklung des äquivalisierten Einkommens inkl. sozialer Transfers
Periode Äquivalisiertes Einkommen (inkl. sozialer Transfers) in Euro
in Tirol in Österreich
2010 - 2012 21.213 21.443
2011 - 2013 21.469 21.781
2012 - 2014 21.921 22.364
2013 - 2015 22.031 22.848
2014 - 2016 22.076 23.388
2015 - 2017 22.717 23.902
2016 - 2018 23.582 24.540
2017 - 2019 24.797 25.219
2018 - 2020 25.348 25.820
2019 - 2021 25.696 26.571
2020 - 2022 25.875 27.276
2021 - 2023 27.284 28.905
2022 - 2024 29.895 30.832
2023 - 2025 33.544 33.733

3.2.5 Äquivalisiertes Haushaltseinkommen - Entwicklung der Einkommensperzentile

Die Einkommensperzentile zeigen das mittlere Einkommen verschiedener ausgewählter Einkommensgruppen. Das Perzentil P10 repräsentiert beispielsweise die Summe der Einkommen, die von den zehn Prozent der Bevölkerung mit dem niedrigsten Einkommen erzielt wird, P90 respektive jene Summe der zehn Prozent mit dem höchsten Einkommen. In Abbildung 8 ist die Entwicklung der Perzentile für Tirol dargestelt. Es zeigt sich, dass in Tirol in den letzten Jahren die niedrigeren Einkommen stärker gestiegen sind als die höheren Einkommen. Vor allem die niedrigsten Einkommen, repräsentiert durch das Perzentil P10, sind in den letzten Jahren deutlich stärker gestiegen als das Perzentil P90, das für die höchsten Einkommen steht. Längerfristig würde diese Entwicklung zu einer gerechteren Einkommensverteilung führen.
Auf Bundesebene konnte kein stärkeres Wachstum der niedrigsten Einkommen festgestellt werden. Die Einkommen jener 10% der Bevölkerung mit dem niedrigsten Einkommen stiegen in den letzten Jahren etwa gleich stark wie die Einkommen jener 25% der Bevölkerung mit dem höchsten Einkommen, wie aus Abbildung 9 ersichtlich.

Abbildung 8: Entwicklung der Einkommensperzentile des äquivalisierten Haushaltseinkommens in Tirol

Die zugehörigen Daten zu dieser Grafik finden Sie in der Tabelle unterhalb.
Entwicklung der Einkommensperzentile des äquivalisierten Haushaltseinkommens in Tirol
Periode Index der Einkommensperzentile, Periode 2010-2012 = 100, in Tirol
Perzentil 10 Perzentil 25 Perzentil 50 Perzentil 75 Perzentil 90
2010 - 2012 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0
2011 - 2013 101,3 103,2 101,2 102,9 99,9
2012 - 2014 107,4 107,9 103,3 104,2 101,6
2013 - 2015 104,5 109,4 103,9 103,8 102,1
2014 - 2016 107,4 109,5 104,1 101,2 103,4
2015 - 2017 105,8 111,2 107,1 101,8 102,7
2016 - 2018 113,5 115,5 111,2 105,4 104,6
2017 - 2019 120,0 119,5 116,9 111,2 108,1
2018 - 2020 124,1 121,1 119,5 114,3 110,6
2019 - 2021 125,4 123,7 121,1 115,5 110,3
2020 - 2022 126,1 124,9 122,0 118,2 112,4
2021 - 2023 136,9 135,2 128,6 125,6 117,9
2022 - 2024 150,6 146,3 140,9 135,9 127,7
2023 - 2025 167,4 165,6 158,1 147,8 137,2

Abbildung 9: Entwicklung der Einkommensperzentile des äquivalisierten Haushaltseinkommens in Österreich

Die zugehörigen Daten zu dieser Grafik finden Sie in der Tabelle unterhalb.
Entwicklung der Einkommensperzentile des äquivalisierten Haushaltseinkommens in Österreich
Periode Index der Einkommensperzentile, Periode 2010-2012 = 100, in Österreich
Perzentil 10 Perzentil 25 Perzentil 50 Perzentil 75 Perzentil 90
2010 - 2012 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0
2011 - 2013 102,1 101,9 101,6 101,7 101,1
2012 - 2014 105,1 105,1 104,3 104,1 104,2
2013 - 2015 107,3 107,3 106,6 106,1 104,9
2014 - 2016 110,6 109,2 109,1 108,4 106,3
2015 - 2017 112,8 111,4 111,5 111,1 108,1
2016 - 2018 115,5 114,3 114,4 113,8 111,7
2017 - 2019 118,1 118,0 117,6 117,1 115,3
2018 - 2020 120,4 121,4 120,4 120,0 118,5
2019 - 2021 122,9 125,3 123,9 123,1 121,3
2020 - 2022 124,8 128,0 127,2 126,5 124,2
2021 - 2023 132,7 135,1 134,8 132,8 129,6
2022 - 2024 141,8 144,2 143,8 141,9 138,2
2023 - 2025 154,2 158,0 157,3 154,1 150,6

3.2.6 Äquivalisierte soziale Transferzahlungen an die Haushalte - Verteilung

Im folgenden werden die sozialen Transferzahlungen, die sich aus der Differenz des äquivalisierten Einkommens nach Transferzahlungen und dem äquivalisierten Einkommen vor sozialen Transfers errechnen, näher betrachtet. Dies passiert getrennt nach den Haushalten insgesamt, den Haushalten mit und ohne Kindern, um einen Eindruck über den Einfluss der Familienbeihilfe, die einen Teil der sozialen Transferzahlungen darstellt, zu bekommen.
Die folgenden Abbildungen bestehen jeweils aus drei Grafiken, wobei die erste Grafik den Anteil der Personen in der jeweiligen Einkommensklasse an der Gesamtbevölkerung darstellt. Die zweite Grafik zeigt an, wieviele Personen in einer Einkommensklasse soziale Transferzahlungen erhalten. Die Boxplot Grafik gibt einen Überblick über die Höhe und Verteilung der sozialen Transferzahlungen in den jeweiligen Einkommensklassen. Bei den Einkommensklassen handelt es sich um das äquivalisierte Haushaltseinkommen, also jenes Einkommen, das jedem einzelnen Mitglied des Haushaltes jährlich zur Verfügung steht. Analog dazu gilt dieselbe Interpretation auch für die Höhe der sozialen Transferzahlungen.

Erwartungsgemäß nimmt die Höhe der Transferzahlungen mit der Höhe der Einkommen ab. Eine Ausnahme bilden in Tirol Haushalte ohne Kinder (siehe Abb. 11). Der Median der Transferzahlungen ist in den Einkommensklassen von 15.000 bis 30.000 Euro und von 30.000 bis 45.000 Euro annähernd gleich hoch. In der Einkommensklasse über 45.000 Euro liegt der Median der Transferzahlungen geringfügig über jenem der beiden niedrigeren Einkommensklassen. Interessanterweise liegt die Höhe der sozialen Transfers in Haushalten ohne Kinder in der Einkommensklasse bis 15.000 Euro jährlich in Tirol deutlich unter dem Durchschnitt von Österreich, in den höchsten Einkommensklasse jedoch geringfügig darüber (siehe Abb. 12) .
Der reziproke Zusammenhang zwischen sozialen Transferzahlungen und dem äquivalisierten Haushaltseinkommen trägt zur Verringerung der Einkommenskonzentration bei und führt somit zu einer gerechteren Verteilung der Einkommen.

Abbildung 10: Verteilung der sozialen Transfers nach Einkommensklassen in Haushalten - insgesamt

Die zugehörigen Daten zu dieser Grafik finden Sie in der Tabelle unterhalb.
  • Die Whiskergrenzen geben bei diesem Boxplot das 10. bzw. 90 Perzentil an.
Tabelle 11: Soziale Transferleistungen der Haushalte nach Einkommensklassen - insgesamt
...% der Personen erhalten weniger als ... Euro an sozialen Transfers jährliches äquivalisiertes Einkommen in Euro
Tirol Österreich
bis 15.000 15.000-30.000 30.000-45.000 45.000 u. mehr bis 15.000 15.000-30.000 30.000-45.000 45.000 u. mehr
10% 325 315 320 320 404 310 282 282
25% 1.215 449 413 408 3.202 449 402 377
50% 6.454 2.972 1.745 595 7.191 2.994 1.636 529
75% 10.246 4.867 3.163 2.334 12.189 5.584 3.029 2.268
90% 14.670 7.808 4.084 4.219 16.641 9.312 4.964 3.533

Abbildung 11: Verteilung der sozialen Transfers nach Einkommensklassen in Haushalten - Haushalte mit Kindern

Die zugehörigen Daten zu dieser Grafik finden Sie in der Tabelle unterhalb.
  • Die Whiskergrenzen geben bei diesem Boxplot das 10. bzw. 90 Perzentil an.
Tabelle 12: Soziale Transferleistungen der Haushalte nach Einkommensklassen - Haushalte mit Kindern
...% der Personen erhalten weniger als ... Euro an sozialen Transfers jährliches äquivalisiertes Einkommen in Euro
Tirol Österreich
bis 15.000 15.000-30.000 30.000-45.000 45.000 u. mehr bis 15.000 15.000-30.000 30.000-45.000 45.000 u. mehr
10% 2.306 2.255 1.759 1.406 2.212 1.875 1.721 1.498
25% 5.037 2.993 2.386 2.073 4.782 2.885 2.089 1.802
50% 8.477 4.126 3.061 2.563 7.852 4.171 2.929 2.650
75% 9.756 6.141 3.882 4.640 11.616 6.683 3.846 3.486
90% 12.477 9.197 5.938 7.393 14.137 10.421 6.208 5.424

Abbildung 12: Verteilung der sozialen Transfers nach Einkommensklassen in Haushalten - Haushalte ohne Kinder

Die zugehörigen Daten zu dieser Grafik finden Sie in der Tabelle unterhalb.
  • Die Whiskergrenzen geben bei diesem Boxplot das 10. bzw. 90 Perzentil an.
Tabelle 13: Soziale Transferleistungen der Haushalte nach Einkommensklassen - Haushalte ohne Kinder
...% der Personen erhalten weniger als ... Euro an sozialen Transfers jährliches äquivalisiertes Einkommen in Euro
Tirol Österreich
bis 15.000 15.000-30.000 30.000-45.000 45.000 u. mehr bis 15.000 15.000-30.000 30.000-45.000 45.000 u. mehr
10% 310 282 282 310 293 282 282 280
25% 361 320 376 382 473 315 371 376
50% 1.229 429 431 455 6.207 449 429 413
75% 10.662 2.348 1.272 641 14.401 2.664 1.013 621
90% 16.656 4.816 2.455 1.943 21.644 8.368 3.499 2.028

4 Armutsgefährdung

Armutsgefährdung wird normalerweise über das Einkommen definiert. Internationale Konventionen legen fest, dass Menschen, die weniger als 60% des Median-Äquivalenzeinkommens zur Verfügung haben, als armutsgefährdet gelten. Diese Festlegung der Armutsgefährdungsschwelle ermöglicht vergleichbare Statistiken auf EU-Ebene. Der Anteil jener Personen an der Gesamtzahl der Untersuchungseinheiten, deren Einkommen niedriger als dieser Schwellenwert ist, wird als Armutsgefährdungsquote bezeichnet.

Wichtig: Weder die Armutsgefährdungsquote noch die Armutsgefährdungsschwelle sagen etwas über das Ausmaß an Armut aus, dem die betroffenen Personen ausgeliefert sind.

Kritisch ist anzumerken, dass bei Fokussierung auf einen eindimensionalen Parameter bei der Erfassung eines multidimensionalen Phänomens wie Armut verschiedene Lebenslagen und Bedürfnisse, die Möglichkeiten des Einzelnen mit den vorhandenen Ressourcen zu wirtschaften, sowie Vermögen oder Verschuldung nicht berücksichtigt werden.

Die Armutsgefährdung (nach Sozialleistungen) stellt den ersten Teilbereich der breiter gefassten Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung dar, die von der EU in der Europa 2030-Strategie zur Reduzierung von Armut in Europa festgehalten wurde und in einem späteren Kapitel geauer behandelt wird.

4.1 Die einkommensbezogene Armut - Die „Schwelle“ für einen Einpersonenhaushalt liegt bei € 20.240 pro Jahr

Im Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025 lag der Median des Äquivalenzeinkommens bei 33.544 Euro. Das österreichweite äquivalisierte Medianeinkommen liegt mit € 33.733 jährlich etwas höher als in Tirol. Im Sinne der o.g. 60%- Schwelle errechnet sich daraus eine Armutsgefährdungsschwelle für einen Einpersonenhaushalt von € 20.240 pro Jahr (= € 1.687/Monat) 1. Dieser Wert dient in weiterer Folge auch für das Bundesland Tirol als Referenzwert.

Gemessen am österreichischen Medianeinkommen und im Hinblick auf die gewählte Definition von monetärer Armut sind in Tirol ca. 92.540 Personen (12,1% der Wohnbevölkerung) als armutsgefährdet zu bezeichnen. In Österreich sind im Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025 in Summe 1.355.560 Personen, was einem Anteil von 15,0% der Wohnbevölkerung entspricht, armutsgefährdet. Der Anteil der armutsgefährdeten Personen an der Wohnbevölkerung in Prozent ausgedrückt wird als Armutsgefährdungsquote bezeichnet.

Das mittlere jährliche Einkommen aller armutsgefährdeten Personen in Tirol liegt bei 16.531 Euro. Je niedriger das Einkommen jener Menschen ist, die unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle liegen, desto größer wird die so genannte Armutsgefährdungslücke. Das ist die Differenz zwischen dem Durchschnittseinkommen der Armutsgefährdeten und der Armutsgefährdungsschwelle.

Die Armutsgefährdungslücke bietet eine Möglichkeit, das Ausmaß an Armut in Zahlen auszudrücken, denn je größer diese Lücke ist, desto niederer ist das Durchschnittseinkommen aller von Armut betroffenen Personen eines Landes. Die Armutsgefährdungslücke beträgt in den Jahren 2023-2025 in Tirol ca. 18,3%. Mit anderen Worten verfügt die Hälfte der armutsgefährdeten TirolerInnen über ein Äquivalenzeinkommen von weniger als 81,7% der Armutsgefährdungs-schwelle.

Im Vergleich mit Österreich weist Tirol eine deutlich niedrigere Armutsgefährdungslücke auf. Die von Armutsgefährdung betroffenen Personen in Tirol erreichen ein etwas höheres medianes Einkommen als im Bundesschnitt.

In den Tabellen 14 bis 17 sind die Armutsgefährdungsquoten, Armutsgefährdungslücken, die medianen Einkommen sowie die betroffenen Personen vor und nach den sozialen Transferzahlungen dargestellt. Dies erlaubt unter anderem eine Abschätzung der Wirkung der staatlichen Transferleistungen auf die monetären Armutsparameter. Die Tabellen und Abbildungen auf Ebene der Bundesländer sowie die der Zeitreihen bilden die Ergebnisse inklusive der sozialen Transferleistungen ab.

Tabelle 14: Armutsgefährdung nach soziodemografischen Merkmalen vor Sozialtransfers in Tirol
Soziodemografisches Merkmal Armutsgefährdung Medianeinkommen betroffene Personen
Quote Lücke
Gesamt 22,9 40,5 12.046 174.905
Frauen 25,7 40,5 12.046 97.922
Männer 20,2 40,5 12.046 76.982
Geburtsland nicht Österreich 39,0 42,1 11.712 60.107
Geburtsland Österreich 14,9 35,0 13.150 71.950
ledig 18,2 49,8 10.154 37.576
verheiratet, eingetragene Partnerschaft 20,3 36,2 12.910 69.030
verwitwet 33,9 47,8 10.566 12.713
geschieden 25,5 28,8 14.412 12.739
jünger 15 Jahre 34,7 46,3 10.861 40.924
jünger 20 Jahre 30,8 45,7 10.988 52.125
älter 14 und jünger 65 Jahre 19,0 43,6 11.417 94.511
älter 17 und jünger 65 Jahre 19,0 43,2 11.499 88.198
älter 65 Jahre 27,5 27,0 14.771 37.999
erwerbstätig 12,9 40,8 11.980 43.052
nicht erwerbstätig 33,1 52,0 9.720 18.708
Pensionisten 27,2 32,0 13.756 48.165
Einpersonenhaushalt 29,7 36,1 12.940 37.865
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ 23,0 22,8 15.634 21.261
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 (13,9) (28,9) (14.393) (14.741)
Andere Haushalte ohne Kinder (x) (x) (x) (x)
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind 64,0 53,9 9.337 9.212
2 Erwachsene, 1 Kind (12,9) (36,2) (12.916) (10.403)
2 Erwachsene, 2 Kinder 25,6 55,4 9.019 34.658
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder 35,2 46,9 10.744 26.565
Sonstige Haushalte mit Kindern 34,2 (x) (x) 16.647
wohnhaft in ...
dicht besiedelt 34,9 37,9 12.571 36.343
mittel besiedelt 20,0 42,0 11.736 69.921
dünn besiedelt 21,8 39,7 12.195 68.641
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen
Tabelle 15: Armutsgefährdung nach soziodemografischen Merkmalen nach Sozialtransfers in Tirol
Soziodemografisches Merkmal Armutsgefährdung Medianeinkommen betroffene Personen
Quote Lücke
Gesamt 12,1 18,3 16.531 92.540
Frauen 14,3 18,0 16.593 54.606
Männer 9,9 22,9 15.595 37.934
Geburtsland nicht Österreich 23,3 27,2 14.734 35.762
Geburtsland Österreich 8,9 16,0 17.009 43.120
ledig 10,0 23,3 15.523 20.711
verheiratet, eingetragene Partnerschaft 11,1 17,7 16.657 37.681
verwitwet (26,4) (45,1) (11.120) (9.919)
geschieden (21,2) (15,7) (17.069) (10.571)
jünger 15 Jahre (10,8) (5,5) (19.123) (12.650)
jünger 20 Jahre 10,7 13,0 17.618 17.948
älter 14 und jünger 65 Jahre 9,0 20,7 16.052 44.608
älter 17 und jünger 65 Jahre 8,8 20,7 16.052 40.970
älter 65 Jahre 24,6 22,4 15.712 33.963
erwerbstätig 6,2 19,0 16.387 20.673
nicht erwerbstätig (15,6) (22,0) (15.794) (8.815)
Pensionisten 21,4 24,5 15.287 37.921
Einpersonenhaushalt 25,4 26,0 14.973 32.320
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ 18,7 20,5 16.096 17.315
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 (7,1) (21,7) (15.853) (7.607)
Andere Haushalte ohne Kinder (x) (x) (x) (x)
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind (46,1) (19,2) (16.361) (6.784)
2 Erwachsene, 1 Kind (6,4) (22,6) (15.666) (5.028)
2 Erwachsene, 2 Kinder (7,0) (46,6) (10.802) (9.409)
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder (11,8) (3,4) (19.546) (8.631)
Sonstige Haushalte mit Kindern (x) (x) (x) (x)
wohnhaft in ...
dicht besiedelt (12,8) (25,2) (15.133) (13.157)
mittel besiedelt 10,8 12,8 17.650 37.861
dünn besiedelt 13,3 23,2 15.540 41.522
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen
Tabelle 16: Armutsgefährdung nach soziodemografischen Merkmalen vor Sozialtransfers in Österreich
Soziodemografisches Merkmal Armutsgefährdung Medianeinkommen betroffene Personen
Quote Lücke
Gesamt 24,3 53,3 9.443 2.192.588
Frauen 25,2 48,4 10.453 1.150.420
Männer 23,4 57,1 8.677 1.042.168
Geburtsland nicht Österreich 42,9 58,7 8.365 744.957
Geburtsland Österreich 16,0 38,0 12.554 936.072
ledig 23,9 59,4 8.217 616.425
verheiratet, eingetragene Partnerschaft 18,6 49,7 10.172 716.863
verwitwet 23,8 27,9 14.603 112.282
geschieden 34,8 35,1 13.127 235.459
jünger 15 Jahre 36,3 61,5 7.796 478.853
jünger 20 Jahre 34,2 61,6 7.766 633.357
älter 14 und jünger 65 Jahre 23,1 58,0 8.510 1.385.833
älter 17 und jünger 65 Jahre 22,6 57,8 8.545 1.287.498
älter 65 Jahre 19,7 24,4 15.296 307.948
erwerbstätig 12,7 43,1 11.526 479.693
nicht erwerbstätig 42,2 75,6 4.933 397.571
Pensionisten 21,0 27,1 14.755 431.840
Einpersonenhaushalt 32,2 42,0 11.741 515.058
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ 15,2 28,5 14.474 160.584
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 13,1 48,9 10.349 175.596
Andere Haushalte ohne Kinder 7,8 40,0 12.145 63.672
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind 58,9 60,2 8.047 168.725
2 Erwachsene, 1 Kind 21,2 52,2 9.667 232.514
2 Erwachsene, 2 Kinder 25,0 60,5 7.995 336.247
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder 46,9 62,4 7.601 371.602
Sonstige Haushalte mit Kindern 24,9 62,4 7.605 169.143
wohnhaft in ...
dicht besiedelt 32,8 63,2 7.439 955.524
mittel besiedelt 22,0 46,8 10.762 611.232
dünn besiedelt 18,8 37,1 12.738 625.832
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.
Tabelle 17: Armutsgefährdung nach soziodemografischen Merkmalen nach Sozialtransfers in Österreich
Soziodemografisches Merkmal Armutsgefährdung Medianeinkommen betroffene Personen
Quote Lücke
Gesamt 15,0 21,6 15.860 1.355.560
Frauen 16,1 21,2 15.952 737.232
Männer 13,9 22,6 15.673 618.329
Geburtsland nicht Österreich 30,0 28,6 14.455 521.687
Geburtsland Österreich 9,4 19,3 16.328 550.968
ledig 15,3 24,1 15.369 394.024
verheiratet, eingetragene Partnerschaft 11,0 23,1 15.574 426.102
verwitwet 17,7 22,6 15.674 83.380
geschieden 25,0 19,9 16.218 169.149
jünger 15 Jahre 19,9 18,9 16.422 263.015
jünger 20 Jahre 19,5 20,0 16.185 361.623
älter 14 und jünger 65 Jahre 13,6 23,6 15.473 815.943
älter 17 und jünger 65 Jahre 13,2 23,2 15.547 752.171
älter 65 Jahre 16,7 20,3 16.136 261.805
erwerbstätig 7,3 20,8 16.024 276.555
nicht erwerbstätig 26,0 25,3 15.128 243.968
Pensionisten 15,6 20,3 16.131 321.067
Einpersonenhaushalt 25,1 23,1 15.562 402.226
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ 11,8 20,9 16.000 125.383
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 7,1 28,1 14.562 95.194
Andere Haushalte ohne Kinder 3,5 21,1 15.962 28.227
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind 39,5 22,8 15.617 113.050
2 Erwachsene, 1 Kind 9,5 27,2 14.739 103.903
2 Erwachsene, 2 Kinder 11,3 20,6 16.064 151.912
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder 29,7 15,6 17.079 236.119
Sonstige Haushalte mit Kindern 14,7 27,2 14.728 100.100
wohnhaft in ...
dicht besiedelt 22,5 24,8 15.216 655.493
mittel besiedelt 12,0 21,0 15.986 331.714
dünn besiedelt 11,1 18,0 16.596 368.353
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.

4.1.1 Armutsgefährdung - Verteilung und Bundesländervergleich

In Abbildung 13 sind die Armutsgefährdungsquoten in den Bundesländern dargestellt. Die Error-bars repräsentieren jeweils das 95%- Konfidenzintervall. Wenn sich die Fehlerbalken (Error-bars) der Bundesländer nicht überlappen, sind die Unterschiede der Gefährdungsquoten statistisch signifikant. In den kleineren Bundesländern ist aufgrund der geringeren Stichprobengröße die Schwankungsbreite entsprechend größer.
Lesebeispiel:
Zwischen dem Burgenland und Kärnten gibt es keine Überlappung der Fehlerbalken, d.h. der Unterschied in der Armutsgefährdungsquote zwischen diesen beiden Bundesländern ist statistisch signifikant.
Tabelle 18 stellt die Armutsgefährdungsquote, die Armutsgefährdungslücke und die Anzahl der betroffenen Personen mit ihrem Medianeinkommen in den Bundesländern dar.

Abbildung 13: Verteilung der Armutsgefährdungsquote

Die zugehörigen Daten zu dieser Grafik finden Sie in der Tabelle unterhalb.
Tabelle 18: Armutsgefährdung in den Bundesländern
Bundesland Armutsgefährdung Medianeinkommen betroffene Personen
Quote Lücke
Burgenland 7,5 20,1 22.369 16.179
Vorarlberg 17,5 36,6 70.937 12.838
Salzburg 10,7 22,0 60.080 15.795
Kärnten 16,2 18,2 90.900 16.550
Tirol 12,1 18,3 92.540 16.531
Steiermark 13,6 19,7 169.965 16.260
Oberösterreich 12,1 16,7 183.228 16.856
Niederösterreich 10,4 21,1 177.952 15.972
Wien 24,8 26,0 487.589 14.972
Österreich 15,0 21,6 1.355.560 15.860

4.1.2 Armutsgefährdung - Zeitliche Entwicklung

4.1.2.1 Zeitreihe der 3- jährigen Durchschnitte

Die folgende Grafik 14 stellt die zeitliche Entwicklung der 3- jährigen Durchschnitte der Armutsgefährdungsquote dar. Es zeigt sich ein recht konstanter Verlauf der Quote über die Zeit. Die erhöhte Volatilität in Tirol ist der geringen Stichprobengröße geschuldet. Die hellroten bzw. hellblauen Flächen repräsentieren die mittels Bootstrapping ermittelten jeweiligen 95%- Konfidenzbänder. Die Grenzen des Konfidenzintervalls werden durch die entsprechenden Quantile (2,5%- und 97,5%-Quantil) der Bootstrap-Verteilung bestimmt.

Abbildung 14: Entwicklung der Armutsgefährdungsquote (3- jährige Durchschnitte)

Die zugehörigen Daten zu dieser Grafik finden Sie in der Tabelle unterhalb.
Entwicklung der Armutsgefährdungsquote (3- jährige Durchschnitte)
Periode Armutsgefährdungsquote in %
in Tirol in Österreich
2010 - 2012 13,5 14,5
2011 - 2013 13,7 14,4
2012 - 2014 12,4 14,3
2013 - 2015 13,9 14,1
2014 - 2016 15,0 14,0
2015 - 2017 16,1 14,1
2016 - 2018 15,1 14,3
2017 - 2019 13,7 14,0
2018 - 2020 12,9 13,9
2019 - 2021 13,5 14,0
2020 - 2022 14,5 14,5
2021 - 2023 14,8 14,8
2022 - 2024 13,4 14,7
2023 - 2025 12,1 15,0
4.1.2.2 Zeitreihe der Einzeljahre seit Beginn der Erhebung

In Grafik 15 ist die zeitliche Entwicklung der Armutsgefährdungsquote in Einzeljahren seit Beginn der Erhebung dargestellt. Die hohe Schwankungsbreite in den Tiroler Daten sind mit der relativ kleinen Stichprobe für Tirol zu erklären. In der Grafik ist zudem ein deutlicher Strukturbruch zwischen 2007 und 2008 erkennbar. Dieser ist auf eine Änderung der Datenerhebung zurückzuführen. Bis 2007 stützten sich die für die Berechnung der Armutsgefährdungsquote erforderlichen einkommensrelevanten Merkmale auf Befragungen der in der Stichprobe enthaltenen Personen. Mit der Erhebung 2008 wurden diese Merkmale erstmals nicht mehr durch Befragungen, sondern durch Auswertungen der jeweiligen statistischen Register gewonnen.

Die Plausibilisierung der Daten zeigte, dass Personen mit sehr niedrigen Einkommen in Befragungen tendenziell höhere Einkommen angaben, als tatsächlich vorlagen. Dadurch fiel die Armutsgefährdungsquote ab 2008 sowohl in Tirol als auch österreichweit deutlich höher aus. Ebenso wurde festgestellt, dass Personen mit sehr hohen Einkommen in Befragungen eher niedrigere Werte angaben. Diese Verzerrung beeinflusst zwar nicht die Armutsgefährdungsquote, wirkt sich jedoch auf bestimmte verteilungsrelevante Einkommensparameter aus.

Abbildung 15: Entwicklung der Armutsgefährdungsquote (Einzeljahre)

Die zugehörigen Daten zu dieser Grafik finden Sie in der Tabelle unterhalb.
Entwicklung der Armutsgefährdungsquote (Einzeljahre)
Jahr Armutsgefährdungsquote in %
in Tirol in Österreich
2003 13,9 13,2
2004 11,0 12,8
2005 14,0 12,3
2006 10,0 12,6
2007 10,1 12,0
2008 13,0 15,2
2009 12,6 14,5
2010 13,1 14,7
2011 14,3 14,5
2012 13,1 14,4
2013 13,8 14,4
2014 10,5 14,1
2015 17,5 13,9
2016 17,0 14,1
2017 13,9 14,4
2018 14,3 14,3
2019 12,9 13,3
2020 11,4 13,9
2021 16,1 14,7
2022 16,0 14,8
2023 12,3 14,9
2024 12,0 14,3
2025 12,0 15,9

4.1.3 Dauerhafte Armutsgefährdung

Der Indikator „dauerhafte Armutsgefährdung“ (Persistent at-risk-of-poverty rate) wird europaweit von Eurostat berechnet und veröffentlicht.
Als dauerhaft armutsgefährdet gelten Personen, die im Erhebungsjahr sowie in mindestens zwei der drei vorangegangenen Jahre von Armutsgefährdung betroffen waren. Der Indikator „Dauerhafte Armutsgefährdung“ kann definitionsgemäß nur für Personen berechnet werden, die über vier aufeinanderfolgende Jahre hinweg an der Befragung teilgenommen haben. In dieser Arbeit betrifft dies die Personen, die in den Jahren 2022, 2023, 2024 und 2025 an der Erhebung mitgewirkt haben.

Im Jahr 2025 waren in Tirol 68.440 Personen - das entspricht 9,5% der Bevölkerung - dauerhaft armutsgefährdet. Österreichweit waren es 785.551 Personen bzw. 9,4% der Bevölkerung.

5 Deprivation

Armut kann auch als mangelnde Teilhabe innerhalb einer Gesellschaft definiert werden. Als Grundlage für dieses Konzept wird meist die vom Britischen Forscher Peter Townsend (1979) formulierte Definition verwendet (siehe Townsend (1979)): Armut wird dann angenommen, wenn die verfügbaren Ressourcen nicht ausreichen, um den in einer Gesellschaft üblichen Lebensstandard zu erreichen.

5.1 Materielle und soziale Deprivation

Der Indikator für materielle und soziale Deprivation berücksichtigt die Nicht-Leistbarkeit von mindestens 5 von 13 von der EU festgelegten Grundbedürfnissen, die einen europäischen Mindestlebensstandard definieren. Von den 13 Grundbedürfnissen werden 7 auf Haushalts- und 6 auf Personenebene erhoben. Gegenstand der Erhebung sind alle Personen ab 16 Jahren.

Für den Haushalt ist Folgendes finanziell nicht leistbar:

  • Unerwartete Ausgaben in der Höhe von 1.390 Euro zu tätigen

  • Einmal im Jahr auf Urlaub zu fahren

  • Miete, Betriebskosten oder Kredite pünktlich zu bezahlen

  • Jeden zweiten Tag Fleisch, Fisch oder eine vergleichbare vegetarische Speise zu essen

  • Die Wohnung angemessen warm zu halten

  • Abgenützte Möbel zu ersetzen

  • Ein Auto zu besitzen

Für Personen ab 16 Jahren ist Folgendes nicht leistbar:

  • Eine zufriedenstellende Internetverbindung zu haben

  • Abgenutzte Kleidung zu ersetzen

  • Zwei Paar passende Schuhe zu besitzen

  • Jede Woche einen kleinen Betrag für sich selbst auszugeben

  • Regelmäßig kostenpflichtige Freizeitaktivitäten auszuüben

  • Einmal im Monat Freund:innen oder Familie zum Essen/Trinken zu treffen

Die Tabelle 19 zeigt die Betroffenheit von materieller und sozialer Deprivation in Tirol. In Tabelle 20 sind für Vergleichszwecke die Werte von Österreich dargestellt.
Demnach stellen für etwa 18,7% der Tiroler:innen unerwartete Ausgaben in der Höhe von 1.390 Euro ein Problem dar. 17,3% können es sich nicht leisten einmal im Jahr auf Urlaub zu fahren und 3,6% sind mit Zahlungen im Rückstand. Zirka 3,8% können es sich nicht leisten, jeden zweiten Tag Fleisch, Fisch oder eine vergleichbare vegetarische Speise zu konsumieren. Die Heizkosten sind für 1,6% der Tiroler:innen nicht leistbar. Etwa 7,6% der Bevölkerung ist es nicht möglich, abgenutzte Möbel zu ersetzen und rund 4,0% können es sich nicht leisten, ein Auto zu besitzen. Eine zufriedenstellende Internetverbindung zu haben, ist für 0,8% der Bevölkerung nicht leistbar. Für 2,5% der Tiroler:innen ist es aus finanziellen Gründen nicht möglich, abgenutzte Kleidung zu ersetzen und etwa 0,6% können es sich nicht leisten, zwei Paar passende Schuhe zu besitzen. Jede Woche einen kleinen Betrag für sich selbst auszugeben, ist für 5,1% der Bevölkerung nicht möglich und 8,2% ist es finanziell nicht möglich, regelmäßig kostenpflichtige Freizeitaktivitäten auszuüben. Rund 2,9% der Tiroler:innen verfügen nicht über die finanziellen Mittel, sich einmal im Monat mit Freund:innen oder Familie zum Essen oder Trinken zu treffen.

Tabelle 19: Materielle und soziale Deprivation in Tirol
Merkmale finanzieller Deprivation Gesamt nicht armutsgefährdet armutsgefährdet
Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in %
Haushalt kann sich nicht leisten ...
unerwartete Ausgaben zu tätigen 142.846 18,7 109.615 16,4 33.232 35,9
einmal im Jahr auf Urlaub zu fahren 131.774 17,3 102.621 15,3 29.152 31,5
Miete, Betriebskosten oder Kredite pünktlich zu bezahlen 27.466 3,6 23.270 3,5 4.196 4,5
jeden 2. Tag Fleich, Fisch zu essen 29.145 3,8 16.281 2,4 12.864 13,9
die Wohnung angemessen warm zu halten (11.832) (1,6) (8.367) (1,3) (3.464) (3,8)
abgenützte Möbel zu ersetzen 57.791 7,6 44.964 6,7 12.827 13,8
ein Auto zu besitzen 30.734 4,0 18.269 2,7 12.465 13,4
Person kann sich nicht leisten ... ¹
eine zufriedenstellende Internetverbindung zu haben (5.259) (0,8) (4.049) (0,7) (1.210) (1,5)
abgenutzte Kleidung zu ersetzen 15.731 2,5 11.388 2,0 4.344 5,5
zwei Paar passende Schuhe zu besitzen (3.983) (0,6) (3.776) (0,7) (207) (0,3)
jede Woche einen kleinen Betrag für sich selbst auszugeben 32.277 5,1 23.209 4,2 9.068 11,5
regelmäßig kostenpflichtige Freizeitaktivitäten auszuüben 51.928 8,2 36.027 6,5 15.900 20,1
einmal im Monat Freund:innen oder Familie zum Essen/Trinken zu treffen 18.599 2,9 9.375 1,7 9.224 11,7
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.
    ¹ Die Merkmale auf Personenebene wurden für alle Personen im Alter von 16 Jahren und mehr erhoben.
Tabelle 20: Materielle und soziale Deprivation in Österreich
Merkmale finanzieller Deprivation Gesamt nicht armutsgefährdet armutsgefährdet
Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in %
Haushalt kann sich nicht leisten ...
unerwartete Ausgaben zu tätigen 1.940.656 21,5 1.232.912 16,1 707.743 52,2
einmal im Jahr auf Urlaub zu fahren 1.695.644 18,8 1.127.242 14,7 568.402 42,0
Miete, Betriebskosten oder Kredite pünktlich zu bezahlen 647.634 7,2 378.874 4,9 268.760 19,8
jeden 2. Tag Fleich, Fisch zu essen 365.911 4,1 215.933 2,8 149.978 11,2
die Wohnung angemessen warm zu halten 358.697 4,0 228.228 3,0 130.469 9,7
abgenützte Möbel zu ersetzen 917.760 10,2 545.380 7,1 372.380 27,5
ein Auto zu besitzen 493.932 5,5 219.936 2,9 273.996 20,2
Person kann sich nicht leisten ... ¹
eine zufriedenstellende Internetverbindung zu haben 124.119 1,6 68.880 1,1 55.239 5,2
abgenutzte Kleidung zu ersetzen 358.993 4,7 203.409 3,1 155.584 14,6
zwei Paar passende Schuhe zu besitzen 84.163 1,1 51.912 0,8 32.251 3,0
jede Woche einen kleinen Betrag für sich selbst auszugeben 497.571 6,6 301.624 4,6 195.946 18,4
regelmäßig kostenpflichtige Freizeitaktivitäten auszuüben 829.895 10,9 511.051 7,8 318.844 29,8
einmal im Monat Freund:innen oder Familie zum Essen/Trinken zu treffen 245.415 3,2 149.043 2,3 96.372 9,0
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.
    ¹ Die Merkmale auf Personenebene wurden für alle Personen im Alter von 16 Jahren und mehr erhoben.

Wenn, wie eingangs erwähnt, 5 der 13 von der EU definierten Grundbedürfnisse aus finanziellen Gründen nicht erfüllt werden können, gilt man als materiell und sozial depriviert.
In Tirol gelten demnach 29.171 Personen (3,8% der Bevölkerung) als materiell und sozial depriviert. Das Medianeinkommen dieser Personen beläuft sich auf 21.832 Euro jährlich. Mit einer Quote von 4,1% sind Frauen etwas mehr von materieller und sozialer Derivation betroffen als Männer (3,6%). Nicht in Österreich geborenen Personen weisen mit 7,6% eine sehr hohe Deprivationsquote auf. Eine ebenfalls hohe materielle und soziale Deprivation kann bei Personen festgestellt werden, die in dicht besiedelten Regionen leben (7,9%). Laut EU-Definition handelt es sich bei dicht besiedelten Regionen um Städte mit einer Mindestbevölkerung von 50.000 Einwohnern und einer Bevölkerungsdichte von mindestens 1.500 Einwohnern pro km2. In Tirol trifft dies nur auf die Stadt Innsbruck zu.

In Tabelle 21 und 22 sind die von materieller und sozialer Deprivation betroffenen Personen nach soziodemografischen Merkmalen für Tirol und Österreich zusammengefasst.

Tabelle 21: Materielle und soziale Deprivation nach soziodemografischen Merkmalen in Tirol
Soziodemografisches Merkmal Materiell und sozial depriviert Quote in % betroffene Personen Medianeinkommen materiell und sozial depriviert Medianeinkommen nicht materiell und sozial depriviert
Gesamt 3,8 29.171 21.832 34.024
Frauen 4,1 15.479 21.373 33.213
Männer 3,6 13.692 23.927 35.033
Geburtsland nicht Österreich 7,6 11.778 15.930 30.161
Geburtsland Österreich 2,6 12.618 25.846 35.826
ledig 3,7 7.692 22.979 35.560
verheiratet, eingetragene Partnerschaft 3,4 11.491 23.941 35.369
verwitwet 3,4 1.323 (x) 27.749
geschieden 7,6 3.890 20.414 29.877
jünger 15 Jahre 4,2 4.775 22.442 30.263
jünger 20 Jahre 3,3 5.531 22.442 31.929
älter 14 und jünger 65 Jahre 3,9 19.482 23.103 36.237
älter 17 und jünger 65 Jahre 4,1 18.927 22.989 36.322
älter 65 Jahre 3,2 4.392 19.043 28.473
erwerbstätig 2,4 7.973 24.431 37.958
nicht erwerbstätig 5,5 2.994 24.222 32.638
Pensionisten 3,7 6.537 21.372 29.943
Einpersonenhaushalt 7,3 9.255 21.805 28.133
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ 1,2 1.152 30.863 31.337
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 1,5 1.603 (x) 39.882
Andere Haushalte ohne Kinder 3,6 2.838 (x) 43.712
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind 8,7 1.223 33.699 22.503
2 Erwachsene, 1 Kind 5,3 4.175 20.395 38.665
2 Erwachsene, 2 Kinder 2,3 2.991 (x) 32.104
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder 6,6 4.816 22.442 29.475
Sonstige Haushalte mit Kindern 2,3 1.118 (x) 32.668
wohnhaft in ...
dicht besiedelt 7,9 8.341 14.652 28.367
mittel besiedelt 3,7 12.928 22.442 35.364
dünn besiedelt 2,5 7.902 25.973 33.715
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.
Tabelle 22: Materielle und soziale Deprivation nach soziodemografischen Merkmalen in Österreich
Soziodemografisches Merkmal Materiell und sozial depriviert Quote in % betroffene Personen Medianeinkommen materiell und sozial depriviert Medianeinkommen nicht materiell und sozial depriviert
Gesamt 7,2 645.224 19.967 34.818
Frauen 7,6 345.930 19.606 34.123
Männer 6,7 299.294 20.700 35.547
Geburtsland nicht Österreich 15,3 265.085 18.659 28.562
Geburtsland Österreich 4,5 262.361 22.633 37.392
ledig 7,3 188.882 20.148 36.082
verheiratet, eingetragene Partnerschaft 5,1 198.230 21.537 36.740
verwitwet 7,3 34.601 21.236 29.991
geschieden 15,6 105.732 19.166 31.215
jünger 15 Jahre 8,3 109.165 18.403 31.091
jünger 20 Jahre 8,0 147.401 17.782 31.695
älter 14 und jünger 65 Jahre 7,7 462.968 20.734 36.613
älter 17 und jünger 65 Jahre 7,7 436.681 21.087 36.779
älter 65 Jahre 4,3 66.665 19.148 31.924
erwerbstätig 3,9 147.353 26.049 39.240
nicht erwerbstätig 16,9 159.459 18.201 31.293
Pensionisten 5,3 109.555 19.512 32.686
Einpersonenhaushalt 12,2 194.369 19.581 29.814
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ 2,4 24.721 21.008 34.037
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 4,8 64.703 23.446 42.638
Andere Haushalte ohne Kinder 6,0 49.100 27.812 42.958
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind 21,7 62.029 18.098 24.158
2 Erwachsene, 1 Kind 4,7 51.473 24.784 36.520
2 Erwachsene, 2 Kinder 6,1 82.021 19.596 34.282
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder 9,6 75.943 15.633 27.549
Sonstige Haushalte mit Kindern 6,1 40.865 25.218 34.980
wohnhaft in ...
dicht besiedelt 11,6 337.073 18.400 33.590
mittel besiedelt 6,2 172.866 21.510 35.540
dünn besiedelt 4,1 135.286 23.552 35.207
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.

5.2 Erhebliche materielle und soziale Deprivation

Die erhebliche materielle und soziale Deprivation ist der zweite Teilbereich der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung, die in der Europa 2030-Strategie zur Bekämpfung der Armut in Europa festgeschrieben wurde. Als erheblich materiell und sozial benachteiligt gelten Personen ab 16 Jahren, die sich aus finanziellen Gründen mindesten 7 der oben beschriebenen Grundbedürfnisse nicht leisten können.

Rund 13.597 Personen, das sind etwa 1,8% der Tiroler Wohnbevölkerung sind von erheblicher materieller und sozialer Deprivation betroffen. Sie erreichen ein Durchschnittseinkommen von 18.423 Euro jährlich.

In Tabelle 23 und 24 ist die Zahl der betroffenen Personen nach soziodemografischen Merkmalen für Tirol und Österreich zusammengefasst.

Tabelle 23: Erhebliche materielle und soziale Deprivation nach soziodemografischen Merkmalen in Tirol
Soziodemografisches Merkmal Erheblich materiell und sozial depriviert Quote in % betroffene Personen Medianeinkommen erheblich materiell und sozial depriviert Medianeinkommen nicht erheblich materiell und sozial depriviert
Gesamt 1,8 13.597 18.423 33.742
Frauen 2,0 7.427 18.057 32.872
Männer 1,6 6.170 22.197 34.599
Geburtsland nicht Österreich 4,6 7.183 15.133 29.314
Geburtsland Österreich 0,6 2.749 21.590 35.663
ledig 1,3 2.657 20.732 35.312
verheiratet, eingetragene Partnerschaft 1,6 5.298 15.133 35.302
verwitwet 0,4 144 (x) 27.047
geschieden 3,6 1.833 20.932 29.488
jünger 15 Jahre 3,2 3.665 20.699 29.920
jünger 20 Jahre 2,6 4.315 22.197 31.779
älter 14 und jünger 65 Jahre 1,8 8.802 17.795 35.920
älter 17 und jünger 65 Jahre 1,8 8.247 17.544 36.142
älter 65 Jahre 0,7 910 (x) 28.319
erwerbstätig 0,6 2.142 17.544 37.767
nicht erwerbstätig 0,9 416 (x) 31.945
Pensionisten 0,7 1.130 (x) 29.677
Einpersonenhaushalt 1,6 2.033 21.429 27.751
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ (x) (x) (x) 30.972
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 0,3 302 (x) 39.176
Andere Haushalte ohne Kinder 2,7 2.090 (x) 43.712
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind 6,9 1.017 30.933 22.503
2 Erwachsene, 1 Kind 2,7 2.090 (x) 38.082
2 Erwachsene, 2 Kinder 1,8 2.342 (x) 32.104
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder 5,2 3.724 (x) 28.884
Sonstige Haushalte mit Kindern (x) (x) (x) 32.668
wohnhaft in ...
dicht besiedelt 5,7 6.175 15.133 28.046
mittel besiedelt 1,6 5.398 20.699 35.324
dünn besiedelt 0,6 2.025 25.904 33.375
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.
Tabelle 24: Erhebliche materielle und soziale Deprivation nach soziodemografischen Merkmalen in Österreich
Soziodemografisches Merkmal Erheblich materiell und sozial depriviert Quote in % betroffene Personen Medianeinkommen erheblich materiell und sozial depriviert Medianeinkommen nicht erheblich materiell und sozial depriviert
Gesamt 3,5 311.066 18.390 34.268
Frauen 3,8 172.118 17.983 33.498
Männer 3,1 138.948 18.734 35.006
Geburtsland nicht Österreich 7,7 134.118 16.971 27.494
Geburtsland Österreich 1,9 114.098 19.511 37.093
ledig 3,3 85.892 18.171 35.383
verheiratet, eingetragene Partnerschaft 2,4 90.819 17.515 36.344
verwitwet 2,7 12.752 21.386 29.753
geschieden 8,7 58.753 18.399 30.137
jünger 15 Jahre 4,4 57.850 17.818 30.585
jünger 20 Jahre 4,2 77.241 16.611 31.240
älter 14 und jünger 65 Jahre 3,7 221.648 18.611 36.048
älter 17 und jünger 65 Jahre 3,7 207.913 18.906 36.195
älter 65 Jahre 1,8 28.166 17.368 31.550
erwerbstätig 1,4 54.504 23.882 38.934
nicht erwerbstätig 9,3 87.989 16.944 30.324
Pensionisten 2,4 49.115 18.933 32.285
Einpersonenhaushalt 6,0 95.881 19.032 29.139
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ 0,7 7.388 15.544 33.773
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 2,6 35.028 17.561 42.291
Andere Haushalte ohne Kinder 2,7 22.325 31.334 42.750
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind 11,2 31.826 17.484 23.455
2 Erwachsene, 1 Kind 1,9 20.731 20.918 36.270
2 Erwachsene, 2 Kinder 2,5 34.226 16.942 33.850
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder 5,8 45.784 12.516 27.072
Sonstige Haushalte mit Kindern 2,7 17.876 20.645 34.567
wohnhaft in ...
dicht besiedelt 6,0 174.371 17.512 32.513
mittel besiedelt 2,9 79.129 19.623 35.066
dünn besiedelt 1,7 57.566 19.234 34.913
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.

5.3 Deprivation in anderen Lebensbereichen

Neben dem oben definierten Mindestlebensstandard können auch in anderen Lebenssituationen Benachteiligungen auftreten. Die Deprivation gliedert sich in die Bereiche:

Ausstattung mit Konsumgütern: Erzwungener Verzicht auf als erstrebenswert geltende Güter (PKW, Handy oder Festnetztelefon, PC, Tablet oder Laptop, Waschmaschine)

Wohnungsprobleme: Kein Bad oder WC in der Wohnung, Schimmel oder Feuchtigkeit, usw.

Probleme im Wohnumfeld: Lärmbelästigung, Verschmutzung, Kriminalität, usw.

Gesundheitliche Beeinträchtigung: Sehr schlechter Gesundheitszustand, chronische Krankheit, usw.

In Tabelle 25 bis Tabelle 27 sind die Ergebnisse von Deprivation für Tirol zusammengefasst. Aufgrund der kleinen Stichprobe konnten nicht alle Bereiche für Tirol untersucht werden. Da sich in manchen Subgruppen eine sehr kleine Stichprobengröße ergibt, sollten diese Werte als „Richtwerte“ mit großen Schwankungsbreiten verstanden und auch dementsprechend interpretiert werden.
Die Tabellen 28 bis 30 zeigen die entsprechenden Österreichwerte.

Tabelle 25: Ausstattung mit Konsumgütern in Tirol
Merkmale finanzieller Deprivation Gesamt nicht armutsgefährdet armutsgefährdet
Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in %
Kann sich nicht leisten ...
ein Auto zu besitzen 30.734 4,0 18.269 2,7 12.465 13,4
eine zufriedenstellende Internetverbindung zu haben (5.259) (0,8) (4.049) (0,7) (1.210) (1,5)
PC oder Laptop (16.047) (2,1) (10.364) (1,5) (5.682) (6,1)
Festnetztelefon oder Handy (x) (x) (x) (x) (x) (x)
Waschmaschine (x) (x) (x) (x) (x) (x)
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.
Tabelle 26: Deprivation im Bereich Wohnen in Tirol
Merkmale finanzieller Deprivation Gesamt nicht armutsgefährdet armutsgefährdet
Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in %
Beeinträchtigt durch ...
Feuchtigkeit, Fäulnis, Undichtheit in Haus oder Wohnung 70.964 9,3 50.233 7,5 20.731 22,4
Dunkle Räume 60.255 7,9 45.255 6,8 15.000 16,2
Lärmbelästigung durch Nachbarn oder Straße 164.749 21,6 144.912 21,6 19.838 21,4
Luft-, Wasserverschmutzung, Ruß durch Verkehr/Industrie 68.724 9,0 61.510 9,2 7.214 7,8
Kriminalität, Gewalt oder Vandalismus in der Wohngegend 37.787 5,0 34.030 5,1 3.757 4,1
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.
Tabelle 27: Deprivation im Bereich Gesundheit in Tirol
Merkmale finanzieller Deprivation Gesamt nicht armutsgefährdet armutsgefährdet
Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in %
Stark beeinträchtigt durch ...
Allgemeiner Gesundheitszustand schlecht oder sehr schlecht 38.889 6,1 29.112 5,2 9.777 12,4
Chronische Krankheit vorhanden 218.944 34,5 186.786 33,6 32.158 40,8
notwendige zahnmedizinische Leistungen nicht leistbar (x) (x) (x) (x) (x) (x)
notwendige sonst. medizinische Leistungen nicht leistbar (x) (x) (x) (x) (x) (x)
Behinderung 45.611 7,2 35.568 6,4 10.043 12,7
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.
    Behinderung: Subjektiv wahrgenommene starke Einschränkung bei Tätigkeiten des normalen Alltagslebens seit mindestens sechs Monaten.

Lesebeispiel anhand des Merkmals „Kann sich nicht leisten ein Auto zu besitzen“ (Tab. 25 bzw. Tab. 28):

4,0% aller Tiroler und Tirolerinnen geben an, sich kein Auto leisten zu können. 2,7% aller nicht armutsgefährdeten TirolerInnen sowie 13,4% aller Armutsgefährdeten können sich einen PKW nicht leisten.

Tabelle 28: Ausstattung mit Konsumgütern in Österreich
Merkmale finanzieller Deprivation Gesamt nicht armutsgefährdet armutsgefährdet
Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in %
Kann sich nicht leisten ...
ein Auto zu besitzen 493.932 5,5 219.936 2,9 273.996 20,2
eine zufriedenstellende Internetverbindung zu haben 124.119 1,6 68.880 1,1 55.239 5,2
PC oder Laptop 247.380 2,7 119.466 1,6 127.914 9,4
Festnetztelefon oder Handy 32.304 0,4 19.854 0,3 12.450 0,9
Waschmaschine 48.259 0,5 25.107 0,3 23.152 1,7
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.
Tabelle 29: Deprivation im Bereich Wohnen in Österreich
Merkmale finanzieller Deprivation Gesamt nicht armutsgefährdet armutsgefährdet
Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in %
Beeinträchtigt durch ...
Feuchtigkeit, Fäulnis, Undichtheit in Haus oder Wohnung 1.050.061 11,6 794.732 10,4 255.329 18,9
Dunkle Räume 631.080 7,0 476.305 6,2 154.775 11,3
Lärmbelästigung durch Nachbarn oder Straße 1.814.442 20,1 1.519.781 19,8 294.661 21,7
Luft-, Wasserverschmutzung, Ruß durch Verkehr/Industrie 683.825 7,6 561.863 7,3 121.962 9,1
Kriminalität, Gewalt oder Vandalismus in der Wohngegend 636.562 7,1 528.011 6,9 108.552 8,0
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.
Tabelle 30: Deprivation im Bereich Gesundheit in Österreich
Merkmale finanzieller Deprivation Gesamt nicht armutsgefährdet armutsgefährdet
Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in %
Stark beeinträchtigt durch ...
Allgemeiner Gesundheitszustand schlecht oder sehr schlecht 611.471 8,1 452.318 6,9 159.153 14,9
Chronische Krankheit vorhanden 2.731.520 36,0 2.281.285 35,0 450.235 42,0
notwendige zahnmedizinische Leistungen nicht leistbar 58.475 0,8 31.456 0,5 27.019 2,5
notwendige sonst. medizinische Leistungen nicht leistbar 16.326 0,2 8.735 0,1 7.591 0,7
Behinderung 644.783 8,5 496.897 7,6 147.886 13,8
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.
    Behinderung: Subjektiv wahrgenommene starke Einschränkung bei Tätigkeiten des normalen Alltagslebens seit mindestens sechs Monaten.

6 Erwerbsintensität der Haushalte

Unter Erwerbsintensität eines Haushaltes versteht man den Anteil der Erwerbsmonate aller im Haushalt lebenden erwerbsfähigen Personen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren, an der im Haushalt maximal möglichen Erwerbszeit im Referenzjahr. Bei Personen mit Vollzeiterwerbstätigkeit wird unabhängig von den pro Monat tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden eine volle Erwerbsbeteiligung angenommen. Bei Teilzeitbeschäftigten werden die geleisteten Stunden durch 35 dividiert und anteilsmäßig eingerechnet.
Nicht berechnet wird die Erwerbsintensität für:

  • Personen, die gemäß ihrer Hauptaktivität in Pension sind

  • Pensionsbezieher:innen mit Ausnahme von Hinterbliebenenpensionen

  • Personen ab 60 Jahren, die nicht erwerbstätig sind und in deren Haushalt Pensionszahlungen die Haupteinnahmequelle sind

  • Personen bis 24 Jahre, deren derzeitige Hauptaktivität eine Ausbildung oder ein Studium ist.

Ausgewiesen werden die drei folgenden Kategorien:

  • Haushalte ohne Erwerbsbeteiligung

  • Haushalte deren Erwerbsintensität 20 oder weniger Prozent der maximal möglichen Erwerbsbeteiligung aufweist

  • Haushalte deren Erwerbsintensität 20 Prozent der maximal möglichen Erwerbsbeteiligung übersteigt.

Tabelle 31 und Tabelle 32 zeigen die Werte für Tirol und Österreich.

Tabelle 31: Erwerbsintensität der Tiroler Haushalte
Ausmaß der Erwerbsbeteiligung Anzahl der Haushalte absolut Anteil der Haushalte relativ
Haushalt ohne Erwerbsbeteiligung 7.578 1,4
Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung 1.369 0,3
Haushalt mit größerer oder voller Erwerbsbeteiligung 529.996 98,3
Tabelle 32: Erwerbsintensität der Haushalte in Österreich
Ausmaß der Erwerbsbeteiligung Anzahl der Haushalte absolut Anteil der Haushalte relativ
Haushalt ohne Erwerbsbeteiligung 318.997 4,9
Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung 82.347 1,3
Haushalt mit größerer oder voller Erwerbsbeteiligung 6.056.238 93,8

6.1 Keine oder sehr niedrige Erwerbsintensität

Der Indikator “Keine oder sehr niedrige Erwerbsintensität” ist der dritte Teilbereich zur Bestimmung der Armuts- oder Ausgrenzungsgeährdung der Europa-2030 Strategie.
Keine oder sehr niedrige Erwerbsintensität weisen demnach Haushalte auf, deren Erwerbsbeteiligung weniger als 20% des maximal möglichen jährlichen Erwerbspotentials unterschreitet. Die folgenden zwei Tabellen zeigen die Erwerbsintensitäten der Tiroler und österreichischen Haushalte nach soziodemografischen Merkmalen.

Tabelle 33: Haushalte mit keiner oder sehr niedriger Erwerbsbeteiligung nach soziodemografischen Merkmalen in Tirol
Soziodemografisches Merkmal Haushalte mit keiner oder sehr niedriger Erwerbsintensität
Quote betroffene Personen Medianeinkommen
Gesamt (1,7) (8.947) (23.288)
Frauen (2,0) (5.303) (23.466)
Männer (1,3) (3.644) (25.119)
Geburtsland nicht Österreich (x) (x) (x)
Geburtsland Österreich (1,8) (5.362) (26.999)
ledig (2,5) (4.340) (26.999)
verheiratet, eingetragene Partnerschaft (x) (x) (x)
verwitwet (x) (x) (x)
geschieden (x) (x) (x)
jünger 15 Jahre (x) (x) (x)
jünger 20 Jahre (x) (x) (x)
älter 14 und jünger 65 Jahre (1,9) (7.892) (26.570)
älter 17 und jünger 65 Jahre (2,0) (7.892) (26.570)
erwerbstätig (x) (x) (x)
nicht erwerbstätig (29,0) (3.736) (26.999)
Einpersonenhaushalt (x) (x) (x)
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ (x) (x) (x)
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 (x) (x) (x)
Andere Haushalte ohne Kinder (x) (x) (x)
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind (x) (x) (x)
2 Erwachsene, 1 Kind (x) (x) (x)
2 Erwachsene, 2 Kinder (x) (x) (x)
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder (x) (x) (x)
Sonstige Haushalte mit Kindern (x) (x) (x)
wohnhaft in ...
dicht besiedelt (x) (x) (x)
mittel besiedelt (1,5) (3.744) (21.787)
dünn besiedelt (1,4) (2.946) (25.119)
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.
Tabelle 34: Haushalte mit keiner oder sehr niedriger Erwerbsbeteiligung soziodemografischen Merkmalen in Österreich
Soziodemografisches Merkmal Haushalte mit keiner oder sehr niedriger Erwerbsintensität
Quote betroffene Personen Medianeinkommen
Gesamt 6,2 401.344 16.757
Frauen 6,1 191.357 16.228
Männer 6,3 209.987 16.899
Geburtsland nicht Österreich 11,0 152.620 14.944
Geburtsland Österreich 4,5 164.193 19.880
ledig 7,8 177.844 16.969
verheiratet, eingetragene Partnerschaft 4,0 96.189 16.405
verwitwet (19,1) (5.899) (22.855)
geschieden 11,5 36.882 18.168
jünger 15 Jahre 5,8 76.448 15.746
jünger 20 Jahre 5,8 107.259 15.693
älter 14 und jünger 65 Jahre 6,3 324.896 17.027
älter 17 und jünger 65 Jahre 6,3 303.979 17.205
erwerbstätig (0,1) (3.666) (25.694)
nicht erwerbstätig 43,3 174.973 17.020
Einpersonenhaushalt 15,0 117.000 16.450
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ 24,7 17.952 24.688
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 4,9 52.642 17.061
Andere Haushalte ohne Kinder (2,6) (14.313) (20.247)
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind 20,2 55.577 16.183
2 Erwachsene, 1 Kind 2,9 29.164 21.406
2 Erwachsene, 2 Kinder 2,8 36.479 18.517
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder 6,7 52.158 13.900
Sonstige Haushalte mit Kindern (4,3) (26.059) (23.423)
wohnhaft in ...
dicht besiedelt 10,8 241.047 15.724
mittel besiedelt 4,6 89.465 19.282
dünn besiedelt 3,1 70.832 20.024
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.

7 Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung

7.1 Europa 2030 Strategie

Die “Europa 2030” Strategie ist ein Aktionsplan der EU-Kommission für den Zeitraum bis 2030 mit dem Ziel, die Inhalte der 2017 von der EU in Göteborg beschlossenen Europäischen Säule sozialer Rechte umzusetzen. Sie folgt der in den letztjährigen Publikationen verwendeten und beschriebenen Europa 2020 Stategie nach. Eines der wichtigsten Ziele dieser Strategie ist die Reduktion der Armut. Demnach soll die Anzahl der von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohter Menschen EU-weit bis 2030 um mindestens 15 Millionen sinken, darunter mindestens 5 Millionen Kinder.2

Zur Messung der Zielerreichung wird der Indikator der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung herangezogen der wie folgt definiert ist.
Von Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung betroffen sind Personen,

  • deren äquivalisiertes Haushaltseinkommen unterhalb eines festgelegten Schwellenwertes (Armutsgefährdungsschwelle=60% des Medians) liegt (d.h. armutsgefährdet sind) oder

  • die erheblich materiell und sozial depriviert sind oder

  • die in einem Haushalt mit keiner oder sehr niedriger Erwerbsintensität leben.

Unter erheblicher materieller und sozialer Deprivation versteht man die Unterschreitung eines im Rahmen der Europa 2030-Strategie festgelegten Mindestlebensstandards. Mithilfe von 13 Deprivationsmerkmalen auf Haushalts- und Personenebene wird dieser Lebensstandard, der bestimmte Grundbedürfnisse abdeckt, definiert. Wenn insgesamt zumindest sieben der 13 Merkmale nicht finanziell leistbar sind, dann gelten Personen ab 16 Jahren als erheblich materiell und sozial depriviert.

Die 7 Deprivationsmerkmale auf Haushaltsebene konzentrieren sich darauf, ob für den Haushalt folgende Dinge finanziell leistbar wären:

  • Unerwartete Ausgaben in der Höhe von 1.390 Euro zu tätigen

  • Einmal im Jahr auf Urlaub zu fahren

  • Miete, Betriebskosten oder Kredite pünktlich zu bezahlen

  • Jeden zweiten Tag Fleisch, Fisch oder eine vergleichbare vegetarische Speise zu essen

  • Die Wohnung angemessen warm zu halten

  • Abgenützte Möbel zu ersetzen

  • Ein Auto zu besitzen

Die 6 Deprivationsmerkmale auf Personenebene konzentrieren sich darauf, ob für die Person folgende Dinge finanziell leistbar wären:

  • Eine zufriedenstellende Internetverbindung zu haben

  • Abgenutzte Kleidung zu ersetzen

  • Zwei Paar passende Schuhe zu besitzen

  • Jede Woche einen kleinen Betrag für sich selbst auszugeben

  • Regelmäßig kostenpflichtige Freizeitaktivitäten auszuüben

  • Einmal im Monat Freund:innen oder Familie zum Essen/Trinken zu treffen

Keine oder sehr niedrige Erwerbsintensität liegt in Haushalten vor, in denen die Erwerbsintensität aller erwerbsfähigen Haushaltsmitglieder unter 20% des gesamten jährlichen Erwerbspotenzials liegt. Zu den erwerbsfähigen Haus-haltsmitgliedern zählen Personen zwischen 18 und 64 Jahren, die weder in Ausbildung noch in Pension sind. Dieser Indikator wird nur für Personen unter 65 Jahren ausgewiesen.

7.2 Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung in Tirol und Österreich

Laut Definition der Europa 2030 Strategie sind in Tirol 104.067 Personen, das sind 13,6% der Wohnbevölkerung, als armuts- oder ausgrenzungsgefährdet einzustufen. Ein erhöhtes Risiko der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung weisen Einpersonenhaushalte auf. Besonders gefährdet sind Ein-Eltern-Haushalte mit Kindern. Eine ebenfalls erhöhte Ausgrenzungsgefährdung zeigt sich bei Personen die nicht in Österreich geboren wurden. Des Weiteren sind geschiedene oder verwitwete Personen und Pensionisten mit einer erhöhten Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung konfrontiert.

In den beiden folgenden Tabellen sind die Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdungsquoten und die davon betroffenen Personen nach soziodemografischen Merkmalen dargestellt. Weiters zeigen sie eine Gegenüberstellung der Medianeinkommen der armuts- oder ausgrenzungsgefährdeten und der nicht armuts- oder ausgrenzungsgefährdeten Personen.

Tabelle 35: Ausgrenzungsgefährdung nach soziodemografischen Merkmalen in Tirol
Soziodemografisches Merkmal Ausgrenzungsgefährdungs- quote in % betroffene Personen Medianeinkommen Ausgrenzungs- gefährdeter Medianeinkommen nicht Ausgrenzungs- gefährdeter
Gesamt 13,6 104.067 16.900 35.468
Frauen 15,9 60.731 16.884 35.160
Männer 11,4 43.337 16.615 35.881
Geburtsland nicht Österreich 25,3 38.817 15.044 33.912
Geburtsland Österreich 10,1 48.903 17.388 37.276
ledig 12,1 24.832 16.239 36.819
verheiratet, eingetragene Partnerschaft 11,9 40.527 17.218 37.235
verwitwet (27,5) (10.330) (11.120) (31.040)
geschieden 24,0 12.031 18.152 34.403
jünger 15 Jahre 13,2 15.339 19.468 31.774
jünger 20 Jahre 12,7 21.288 19.131 33.115
älter 14 und jünger 65 Jahre 10,6 52.617 16.661 37.429
älter 17 und jünger 65 Jahre 10,4 48.425 16.661 37.810
älter 65 Jahre 25,0 34.571 15.859 32.452
erwerbstätig 6,4 21.575 16.387 38.596
nicht erwerbstätig (21,4) (11.882) (17.994) (34.829)
Pensionisten 21,8 38.749 15.287 33.250
Einpersonenhaushalt 27,4 34.834 15.369 31.248
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ 19,4 17.894 16.127 33.493
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 (9,2) (9.819) (16.859) (41.223)
Andere Haushalte ohne Kinder (x) (x) (x) (x)
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind 53,5 7.894 16.474 27.306
2 Erwachsene, 1 Kind (7,4) (5.845) (18.257) (38.980)
2 Erwachsene, 2 Kinder (7,0) (9.409) (10.802) (33.535)
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder (17,3) (12.592) (20.313) (31.225)
Sonstige Haushalte mit Kindern (x) (x) (x) (x)
wohnhaft in ...
dicht besiedelt (14,8) (14.918) (15.750) (29.212)
mittel besiedelt 12,6 44.092 18.096 37.119
dünn besiedelt 14,4 45.057 16.100 35.131
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen
Tabelle 36: Ausgrenzungsgefährdung nach soziodemografischen Merkmalen in Österreich
Soziodemografisches Merkmal Ausgrenzungsgefährdungs- quote in % betroffene Personen Medianeinkommen Ausgrenzungs- gefährdeter Medianeinkommen nicht Ausgrenzungs- gefährdeter
Gesamt 17,8 1.602.250 16.701 36.974
Frauen 18,9 862.504 16.809 36.443
Männer 16,6 739.746 16.630 37.374
Geburtsland nicht Österreich 34,9 606.327 15.568 32.503
Geburtsland Österreich 11,5 672.812 17.184 38.650
ledig 18,9 486.982 16.584 38.165
verheiratet, eingetragene Partnerschaft 12,8 496.096 16.519 38.215
verwitwet 19,6 92.269 16.173 32.147
geschieden 30,1 203.792 17.168 34.995
jünger 15 Jahre 22,7 299.585 17.045 33.239
jünger 20 Jahre 22,2 410.951 16.817 34.399
älter 14 und jünger 65 Jahre 16,9 1.016.284 16.821 38.433
älter 17 und jünger 65 Jahre 16,6 944.155 16.932 38.607
älter 65 Jahre 17,3 270.467 16.244 34.290
erwerbstätig 8,3 314.248 16.712 40.203
nicht erwerbstätig 35,1 329.378 17.030 35.021
Pensionisten 16,5 340.233 16.298 34.659
Einpersonenhaushalt 29,6 473.062 16.274 33.341
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ 13,0 137.975 16.694 35.788
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 10,0 133.941 16.996 43.793
Andere Haushalte ohne Kinder 6,3 51.218 21.722 42.975
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind 45,5 130.481 16.659 28.579
2 Erwachsene, 1 Kind 11,7 128.056 16.711 37.906
2 Erwachsene, 2 Kinder 13,0 174.541 16.850 35.410
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder 32,0 253.888 17.449 30.511
Sonstige Haushalte mit Kindern 17,5 119.640 16.180 36.993
wohnhaft in ...
dicht besiedelt 26,4 768.263 16.220 36.935
mittel besiedelt 14,7 407.218 16.952 37.049
dünn besiedelt 12,8 426.769 17.253 36.849
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen

7.2.1 Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung - Verteilung und Bundesländervergleich

In Abbildung 16 sind die Quoten der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung in den Bundesländern dargestellt. Die Error bars repräsentieren jeweils das 95%- Konfidenzintervall. Wenn sich die Fehlerbalken (Error bars) der Bundesländer nicht überlappen, sind die Unterschiede der Quoten statistisch signifikant.
Lesebeispiel:
Zwischen dem Burgenland und Kärnten gibt es keine Überlappung der Fehlerbalken, d.h. der Unterschied in der Ausgrenzungsgefährdungsquote zwischen diesen beiden Bundesländern ist statistisch signifikant.
Tabelle 37 stellt die Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdungsquote und die Anzahl der betroffenen Personen in den Bundesländern dar. Weiters zeigt sie eine Gegenüberstellung der Medianeinkommen ausgrenzungsgefährdeter bzw. nicht ausgrenzungsgefährdeter Personen.

Abbildung 16: Verteilung der Ausgrenzungsgefährdungsquote

Die zugehörigen Daten zu dieser Grafik finden Sie in der Tabelle unterhalb.
Tabelle 37: Ausgrenzungsgefährdung in den Bundesländern
Bundesland Ausgrenzungs- gefährdungsquote in % betroffene Personen Medianeinkommen Ausgrenzungs- gefährdeter Medianeinkommen nicht Ausgrenzungs- gefährdeter
Burgenland 11,1 32.967 18.151 39.147
Vorarlberg 19,4 78.473 13.181 37.283
Salzburg 12,6 70.766 17.010 36.535
Kärnten 18,0 100.831 17.059 36.735
Tirol 13,6 104.067 16.900 35.468
Steiermark 16,2 201.666 17.215 36.473
Oberösterreich 14,4 217.322 17.631 36.503
Niederösterreich 13,0 221.837 16.977 37.529
Wien 29,2 574.319 16.050 37.291
Österreich 17,8 1.602.250 16.701 36.974

7.3 Mehrfach-Ausgrenzungsgefährdung - “manifeste Armut”

Als manifest arm gelten Personen, die von einer Gefährdung in mindesten zwei der drei genannten Teilbereiche der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung betroffen und somit mehrfach ausgrenzungsgefährdet sind.
In Tirol gelten nach dieser Definition etwa 10.536 Personen (1,4% der Wohnbevölkerung) als manifest arm. Das Medianeinkommen dieser Personen beläuft sich auf 17.047 Euro im Jahr.
In Tabelle 38 und Tabelle 39 sind die Ergebnisse nach soziodemografischen Merkmalen für Tirol und Österreich dargestellt. Aufgrund der kleinen Stichprobe konnte in Tirol nur nach wenigen Merkmalen gegliedert werden.

Tabelle 38: Mehrfach-Ausgrenzungsgefährdung nach soziodemografischen Merkmalen in Tirol
Soziodemografisches Merkmal Mehrfach-Ausgrenzungsgefährdungs- quote in % betroffene Personen Medianeinkommen Mehrfach-Ausgrenzungs- gefährdeter Medianeinkommen nicht Mehrfach-Ausgrenzungs- gefährdeter
Gesamt (1,4) (10.536) (17.047) (33.759)
Frauen (1,7) (6.427) (17.709) (32.863)
Männer (x) (x) (x) (x)
Geburtsland nicht Österreich 4,1 6.356 15.133 29.169
Geburtsland Österreich (x) (x) (x) (x)
ledig (x) (x) (x) (x)
verheiratet, eingetragene Partnerschaft (x) (x) (x) (x)
verwitwet (x) (x) (x) (x)
geschieden (x) (x) (x) (x)
jünger 15 Jahre (x) (x) (x) (x)
jünger 20 Jahre (x) (x) (x) (x)
älter 14 und jünger 65 Jahre (1,6) (8.204) (15.243) (35.961)
älter 17 und jünger 65 Jahre (1,8) (8.204) (15.243) (36.168)
älter 65 Jahre (x) (x) (x) (x)
erwerbstätig (x) (x) (x) (x)
nicht erwerbstätig (x) (x) (x) (x)
Pensionisten (x) (x) (x) (x)
Einpersonenhaushalt (x) (x) (x) (x)
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ (x) (x) (x) (x)
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 (x) (x) (x) (x)
Andere Haushalte ohne Kinder (x) (x) (x) (x)
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind (x) (x) (x) (x)
2 Erwachsene, 1 Kind (x) (x) (x) (x)
2 Erwachsene, 2 Kinder (x) (x) (x) (x)
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder (x) (x) (x) (x)
Sonstige Haushalte mit Kindern (x) (x) (x) (x)
wohnhaft in ...
dicht besiedelt (x) (x) (x) (x)
mittel besiedelt (x) (x) (x) (x)
dünn besiedelt (x) (x) (x) (x)
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen
Tabelle 39: Mehrfach-Ausgrenzungsgefährdung nach soziodemografischen Merkmalen in Österreich
Soziodemografisches Merkmal Mehrfach-Ausgrenzungsgefährdungs- quote in % betroffene Personen Medianeinkommen Mehrfach-Ausgrenzungs- gefährdeter Medianeinkommen nicht Mehrfach-Ausgrenzungs- gefährdeter
Gesamt 4,3 390.798 14.528 34.561
Frauen 4,3 198.449 14.427 33.727
Männer 4,3 192.349 14.621 35.288
Geburtsland nicht Österreich 9,9 172.446 13.002 28.477
Geburtsland Österreich 2,3 132.017 15.403 37.202
ledig 5,8 148.825 13.624 35.991
verheiratet, eingetragene Partnerschaft 2,4 92.693 13.174 36.493
verwitwet (2,1) (9.761) (16.238) (29.733)
geschieden 7,9 53.185 16.054 30.129
jünger 15 Jahre 5,9 78.483 15.013 31.033
jünger 20 Jahre 6,0 110.446 14.474 31.627
älter 14 und jünger 65 Jahre 4,8 290.524 13.947 36.356
älter 17 und jünger 65 Jahre 4,7 268.286 14.068 36.487
älter 65 Jahre 1,3 19.503 15.798 31.530
erwerbstätig (0,5) (20.207) (15.635) (38.798)
nicht erwerbstätig 15,2 142.927 14.452 31.437
Pensionisten 1,5 29.949 16.116 32.155
Einpersonenhaushalt 7,8 124.627 14.888 29.555
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ (1,1) (11.594) (15.928) (33.908)
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 2,8 37.222 13.991 42.417
Andere Haushalte ohne Kinder (1,5) (12.404) (12.786) (42.317)
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind 20,8 59.644 14.795 25.012
2 Erwachsene, 1 Kind 2,1 22.551 12.039 36.311
2 Erwachsene, 2 Kinder 3,1 42.225 14.485 34.015
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder 7,5 59.507 13.900 27.431
Sonstige Haushalte mit Kindern (3,1) (21.025) (16.272) (34.511)
wohnhaft in ...
dicht besiedelt 8,7 252.414 14.686 33.186
mittel besiedelt 2,8 78.947 14.377 35.146
dünn besiedelt 1,8 59.437 14.161 34.995
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen

7.4 Teilguppen der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung

Die Teilbereiche der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung können sich auch überlappen. Dadurch können sieben Teilgruppen unterschieden werden, die in den Tabellen 40 für Tirol und 41 für Österreich dargestellt sind.
Bei etwa 80,1% der 104.067 ausgrenzungsgefährdeten Tiroler:innen handelt es sich um armutsgefährdete Personen, die weder depriviert sind, noch in einem Haushalt leben, der keine oder nur sehr geringe Erwerbsbeteiligung aufweist. Bei 5,1% handelt es sich um materiell und sozial erheblich deprivierte Personen, deren Einkommen jedoch oberhalb der Armutsgefährdungsschwelle liegt und in Haushalten leben, die zumindest eine teilweise Erwerbsbeteiligung aufweisen. Etwa 4,8% der Ausgrenzungsgefährdeten leben in Haushalten mit keiner oder nur geringer Erwerbsintensität, sind jedoch weder depriviert noch armutsgefährdet. Weitere 2,3% der 104.067 ausgrenzungsgefährdeten Personen in Tirol sind armutsgefährdet und leben in einem Haushalt mit keiner oder nur geringer Erwerbsintensität, es tritt jedoch keine Deprivation auf. In Haushalten, die teilweise oder volle Erwerbsbeteiligung aufweisen, aber trotzdem sowohl als armutsgefährdet als auch als depriviert gelten, leben rund 6,2% der ausgrenzungsgefährdeten Personen. Die Berechnungen für die letzten beiden Teilgruppen basieren auf zu kleinen Fallzahlen und können daher nicht ausgewiesen werden.

Tabelle 40: Teilgruppen der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung in Tirol
Teilbereich der Gefährdung Anzahl der Personen absolut Anteil der Personen relativ
armutsgefährdet 83.144 80,1
depriviert (5.426) (5,1)
geringe Erwerbsintensität (4.961) (4,8)
armutsgefährdet und geringe Erwerbsintensität (x) (x)
armutsgefährdet und depriviert (6.550) (6,2)
geringe Erwerbsintensität und depriviert (x) (x)
armutsgefährdet, depriviert und geringe Erwerbsintensität (x) (x)
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.
    Der Anteil der Personen bezieht sich auf die Gesamtheit der von Armut- oder Ausgrenzung bedrohten Personen.
Tabelle 41: Teilgruppen der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung in Österreich
Teilbereich der Gefährdung Anzahl der Personen absolut Anteil der Personen relativ
armutsgefährdet 985.372 80,1
depriviert 107.640 5,1
geringe Erwerbsintensität 118.438 4,8
armutsgefährdet und geringe Erwerbsintensität 187.373 2,3
armutsgefährdet und depriviert 107.893 6,2
geringe Erwerbsintensität und depriviert 20.610 1,1
armutsgefährdet, depriviert und geringe Erwerbsintensität 74.922 0,5
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.
    Der Anteil der Personen bezieht sich auf die Gesamtheit der von Armut- oder Ausgrenzung bedrohten Personen.

8 Erwerbsarmut - Working Poor

Unter Working Poor versteht man jene Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren, die im Verlauf des Referenzjahres mehr als sechs Monate in Vollzeit oder Teilzeit erwerbstätig waren und deren Einkommen dennoch unter der Armutsgefährdungsschwelle liegt. Gründe dafür können sowohl ein niedriges persönliches Einkommen als auch die Haushaltszusammensetzung und die Erwerbsintensität des Haushalts sein. Je nach Definition von Erwerbstätigkeit und Einschränkung auf bestimmte Altersgruppen variiert die Anzahl der Betroffenen (vgl. Statistik Austria 2009, S. 58). Zu früheren Auswertungen der EU-SILC Erhebung hat sich die Definition der Erwerbstätigen etwas geändert. Da zur Berechnung der Armutsgefährdungsquote das Haushaltseinkommen aus den Referenzjahren (dem der Erhebungen vorangegangenen Kalenderjahr) stammt, wurden zur Ermittlung der als Working Poor geltenden Personen ebenfalls jene Erwerbstätigen herangezogen, die in den Referenzjahren - und nicht wie in früheren Analysen zum Befragungszeitpunkt - erwerbstätig waren.

In Tirol waren 358.704 Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren im Referenzjahr mehr als sechs Monate erwerbstätig. 24.028 dieser Personen, das sind rund 6,7%, erreichten im mit 16.052 Euro ein Medianeinkommen das unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle liegt und gelten somit als “workink poor” 3.
93,3% der untersuchten Personen erreichten mit 38.445 ein Medianeinkommen, das deutlich über der Armutsgefährdungsschwelle liegt und werden als nicht “working poor” eingestuft.

Bundesweit liegt die Quote der Erwerbsarmut bei 8,1%. Diese 327.111 Personen erzielen im Median ein Einkommen von 15.923 Euro.

Analysiert man die Daten jener Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren, die im Referenzjahr sechs Monate oder länger erwerbstätig waren, hinsichtlich des Arbeitsausmaßes, zeigt sich, dass rund 12.710 Personen trotz Vollzeitbeschäftigung (= 5,3% aller vollzeitbeschäftigten Personen) in Tirol als Working Poor einzustufen sind. Bei den Teilzeitbeschäftigten liegt die Quote bei 7,7% (bezogen auf alle teilzeitbeschäftigten Personen), das sind etwa 6.230 Personen.

Im gesamten Bundesgebiet gelten rund 260.792 Personen mit Vollzeitbeschäftigung (7,1%) als einkommensarm. 81.672 Teilzeitbeschäftigte (9,0%) bundesweit haben ein Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle.

Anmerkung: Es kann vorkommen, dass sich die Zahl der als Working Poor eingestufen Personen von der Zahl der Voll- und Teilzeitbeschäftigten, deren Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle liegt, unterscheidet. Das lässt sich damit begründen, dass nur Personen, die im Referenzjahr mindestens 6 Monate erwerbstätig waren, in die Berechnung miteinfließen. Eine Person beispielsweise, die 5 Monate Vollzeit und 3 Monate Teilzeit erwerbstätig war und die restlichen Monate arbeitslos gemeldet war, wird zwar in der Gesamtquote berücksichtigt, in den Vollzeit- bzw. Teilzeitquoten jedoch nicht.

Von den Personen, die im Referenzjahr durchgehend 12 Monate beschäftigt waren (Voll- u. Teilzeit), erzielen 5,9%, das sind 18.940 Tiroler:innen, ein Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle. Von jenen Personen, die nicht über das gesamte Jahr hindurch beschäftigt waren, d.h. deren Beschäftigungsausmaß zwischen einem und elf Monaten lag, erreichten etwa 11,8% (5.088 Personen) ein Einkommen, das unterhalb der Grenze zur Armutsgefährdung liegt. In Österreich sind rund 260.792 Personen trotz ganzjähriger Beschäftigung einkommensarm (7,1%). Das Einkommen von etwa 66.319 Personen (16,8%), die weniger als 12 Monate erwerbstätig waren, liegt unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle.

Ein deutlicher Unterschied der Working Poor Quote ist bei Betrachtung des Geburtslandes erkennbar. Nicht in Österreich geborene Personen weisen mit 13,7% in Tirol und 17,1% österreichweit einen deutlich höheren Anteil an Einkommensarmut auf, als in Österreich geborene Personen. Ebenso, wenn auch weniger deutlich, lässt sich ein geschlechtsspezifischer Unterschied in den Working Poor Quoten erkennen. In den Tabellen 42 und 43 sind die wichtigsten Eckdaten für Tirol und Österreich zusammengestellt.

Tabelle 42: Armutsgefährdung trotz Erwerbstätigkeit in Tirol
Soziodemographisches Merkmal Beschäftigungsausmaß working poor Nicht working poor
Quotein % Personen Einkommenin € Quotein % Personen Einkommenin €
Gesamt 6,7 24.028 16.052 93,3 334.676 38.445
Frauen (6,7) (10.455) (15.744) (93,3) (143.914) (38.495)
Männer (6,6) (13.572) (16.166) (93,4) (190.762) (38.271)
Geburtsland nicht Österreich (13,7) (13.881) (16.451) (86,3) (86.000) (36.323)
Geburtsland Österreich (3,8) (10.146) (16.183) (96,2) (248.676) (39.476)
Beschäftigungsausmaß
erwerbstätig 12 Monate im Vorjahr 5,9 18.940 15.684 94,1 302.072 38.904
erwerbstätig weniger als 12 Monate im Vorjahr 11,8 5.088 18.319 88,2 32.604 35.140
Teilzeit 6 oder mehr Monate (7,7) (6.230) (15.498) (92,3) (74.688) (36.928)
Vollzeit 6 oder mehr Monate (5,3) (12.710) (15.684) (94,7) (227.138) (39.829)
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.
Tabelle 43: Armutsgefährdung trotz Erwerbstätigkeit in Österreich
Soziodemographisches Merkmal Beschäftigungsausmaß working poor Nicht working poor
Quotein % Personen Einkommenin € Quotein % Personen Einkommenin €
Gesamt 8,1 327.111 15.923 91,9 3.734.250 39.820
Frauen 7,6 140.231 15.900 92,4 1.708.898 39.746
Männer 8,4 186.880 15.962 91,6 2.025.352 39.850
Geburtsland nicht Österreich 17,1 171.685 15.511 82,9 830.735 33.778
Geburtsland Österreich 5,1 155.426 16.150 94,9 2.903.515 41.498
Beschäftigungsausmaß
erwerbstätig 12 Monate im Vorjahr 7,1 260.792 15.880 92,9 3.406.079 40.268
erwerbstätig weniger als 12 Monate im Vorjahr 16,8 66.319 16.102 83,2 328.171 35.165
Teilzeit 6 oder mehr Monate 9,0 81.672 15.699 91,0 825.895 37.174
Vollzeit 6 oder mehr Monate 6,5 179.120 16.199 93,5 2.574.502 41.295
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.

9 Anhang

9.1 Anhangstabellen

Tabelle 44: Verfügbares Haushaltseinkommen inkl. Standardfehlern in Tirol
Soziodemographische Merkmale Verfügbares Haushaltseinkommen in Tirol - Median (in Euro)
inkl. soziale Transfers exkl. soziale Transfers
Punktschätzer Standardfehler Punktschätzer Standardfehler
Gesamt 48.741 1.392 42.808 1.089
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ 46.458 1.424 44.867 1.623
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 58.765 2.100 57.740 2.211
Andere Haushalte ohne Kinder 90.769 3.479 86.836 4.441
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind (32.403) (2.555) (26.686) (4.060)
2 Erwachsene, 1 Kind 68.967 3.854 60.630 3.479
2 Erwachsene, 2 Kinder 68.975 3.201 59.803 3.504
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder (78.993) (5.551) (68.449) (7.222)
Sonstige Haushalte mit Kindern (95.783) (7.038) (86.847) (8.819)
Alleinlebend < 65 30.095 888 29.190 860
Alleinlebend 65+ 24.320 733 23.639 711
Alleinlebend Männer 31.106 1.122 29.940 1.046
Alleinlebend Frauen 24.857 678 24.056 724
Haushalt ohne Kinder 40.270 969 37.351 1.104
Haushalt mit Kindern 73.069 2.581 62.937 2.574
HH m. Pensionen - Alleinlebende Männer 26.752 1.415 26.464 1.460
HH m. Pensionen - Alleinlebende Frauen 23.901 965 23.300 949
Mehrpersonenhaushalt m. Pensionen 48.629 1.564 47.764 1.490
HH ohne Pensionen - Alleinlebende Männer 32.858 1.394 31.375 1.334
HH ohne Pensionen - Alleinlebende Frauen 25.688 993 24.828 1.141
Mehrpersonenhaushalt ohne Pensionen u. ohne Kinder 66.988 2.759 64.916 2.603
Mehrpersonenhaushalt m. 1 Kind 74.683 3.324 63.329 4.023
Mehrpersonenhaushalt m. 2 Kindern 70.262 3.786 63.333 3.864
Mehrpersonenhaushalt m. mind. 3 Kindern (75.957) (4.965) (63.893) (7.142)
HH m. männlichem Hauptverdiener 57.969 1.269 51.959 1.344
HH m. weiblicher Hauptverdienerin 31.107 1.461 28.263 1.022
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.
Tabelle 45: Verfügbares Haushaltseinkommen inkl. Standardfehlern in Österreich
Soziodemographische Merkmale Verfügbares Haushaltseinkommen in Österreich - Median (in Euro)
inkl. soziale Transfers exkl. soziale Transfers
Punktschätzer Standardfehler Punktschätzer Standardfehler
Gesamt 48.211 264 43.490 261
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ 50.433 492 49.248 475
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 62.937 622 59.772 660
Andere Haushalte ohne Kinder 89.974 1.704 84.906 1.681
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind 37.162 1.033 29.036 1.480
2 Erwachsene, 1 Kind 66.309 1.031 57.226 1.202
2 Erwachsene, 2 Kinder 73.295 1.022 64.052 1.122
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder 68.711 2.306 56.096 2.125
Sonstige Haushalte mit Kindern 94.494 2.201 87.478 3.284
Alleinlebend < 65 29.436 271 27.990 313
Alleinlebend 65+ 26.954 257 26.239 245
Alleinlebend Männer 30.306 351 28.839 351
Alleinlebend Frauen 27.045 238 25.830 244
Haushalt ohne Kinder 40.638 246 38.417 320
Haushalt mit Kindern 69.439 741 59.217 742
HH m. Pensionen - Alleinlebende Männer 29.344 447 28.945 422
HH m. Pensionen - Alleinlebende Frauen 25.906 278 25.209 310
Mehrpersonenhaushalt m. Pensionen 52.295 555 50.854 506
HH ohne Pensionen - Alleinlebende Männer 30.662 438 28.778 542
HH ohne Pensionen - Alleinlebende Frauen 27.992 308 26.600 371
Mehrpersonenhaushalt ohne Pensionen u. ohne Kinder 68.481 694 64.785 728
Mehrpersonenhaushalt m. 1 Kind 71.834 1.063 63.749 1.338
Mehrpersonenhaushalt m. 2 Kindern 74.818 1.093 65.435 1.243
Mehrpersonenhaushalt m. mind. 3 Kindern 70.153 2.327 55.923 2.419
HH m. männlichem Hauptverdiener 56.420 377 50.714 378
HH m. weiblicher Hauptverdienerin 35.781 476 32.306 335
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen .
Tabelle 46: Standardfehler des verfügbaren Haushaltseinkommens vor sozialen Transfers - Verteilung
Perzentile Standardfehler des verfügbaren Haushaltseinkommens vor sozialen Transfers
Bgld. Sbg. Vbg. Ktn. T Stmk. W AT
10% 1.589 1.056 1.933 1.170 837 730 705 834 614 369
25% 1.286 848 1.525 796 612 584 579 655 712 184
50% 1.977 1.545 1.740 1.206 1.089 875 765 891 653 261
75% 3.331 1.859 2.133 1.935 1.664 1.204 1.210 1.234 959 424
90% 8.989 3.499 4.981 4.232 2.442 2.156 1.852 2.097 1.535 820
Gini-Index 1,4 1,1 1,3 0,9 0,9 1,3 1,0 0,8 1,0 0,4
S80/S20-Verhältnis 0,7 0,5 1,9 0,7 0,4 0,5 0,5 0,6 1,8 0,2
Tabelle 47: Standardfehler des verfügbaren Haushaltseinkommens nach sozialen Transfers - Verteilung
Perzentile Standardfehler des verfügbaren Haushaltseinkommens nach sozialen Transfers
Bgld. Sbg. Vbg. Ktn. T Stmk. W AT
10% 1.354 935 1.342 621 938 674 486 531 393 202
25% 1.411 811 1.007 882 702 642 570 560 445 186
50% 2.113 1.277 1.861 1.309 1.392 882 952 941 761 264
75% 2.944 1.890 2.078 2.017 1.813 1.079 1.367 1.437 1.045 378
90% 8.673 3.620 5.045 3.873 2.247 2.151 1.858 1.919 1.401 748
Gini-Index 1,3 1,0 1,1 0,8 0,8 1,2 0,9 0,8 1,0 0,4
S80/S20-Verhältnis 0,4 0,3 0,5 0,3 0,3 0,3 0,3 0,3 0,4 0,1
Tabelle 48: Äqivalisiertes Haushaltseinkommen inkl. Standardfehlern in Tirol
Soziodemographische Merkmale Äquivalisiertes Haushaltseinkommen in Tirol - Median (in Euro)
inkl. soziale Transfers exkl. soziale Transfers
Punktschätzer Standardfehler Punktschätzer Standardfehler
Gesamt 33.544 592 30.325 542
Frauen 32.398 698 29.389 638
Männer 34.176 587 31.418 626
Geburtsland nicht Österreich 28.622 1.234 25.803 1.785
Geburtsland Österreich 35.633 515 32.869 579
ledig 35.253 822 31.991 957
verheiratet, eingetragene Partnerschaft 35.220 663 32.431 691
verwitwet 27.047 1.028 25.991 1.144
geschieden 29.400 1.459 27.857 1.477
jünger 15 Jahre 29.626 1.253 25.532 1.437
jünger 20 Jahre 31.646 1.081 27.707 1.181
älter 14 und jünger 65 Jahre 35.717 639 32.793 695
älter 17 und jünger 65 Jahre 35.933 643 33.038 691
älter 65 Jahre 28.271 703 27.212 658
erwerbstätig 37.767 751 34.902 798
nicht erwerbstätig 31.945 1.193 29.267 1.626
Pensionisten 29.506 624 27.878 693
Einpersonenhaushalt 27.630 509 26.804 556
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ 30.972 949 29.911 1.082
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 39.176 1.400 38.494 1.474
Andere Haushalte ohne Kinder 43.677 1.538 41.711 2.122
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind 22.503 2.026 16.395 2.597
2 Erwachsene, 1 Kind 37.024 1.910 33.198 1.870
2 Erwachsene, 2 Kinder 31.863 1.373 27.974 1.536
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder 28.608 1.979 23.014 2.704
Sonstige Haushalte mit Kindern 32.668 3.811 26.652 4.428
wohnhaft in ...
dicht besiedelt 27.672 1.789 23.746 2.778
mittel besiedelt 35.182 814 31.648 834
dünn besiedelt 33.295 738 30.145 800
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen .
Tabelle 49: Äqivalisiertes Haushaltseinkommen inkl. Standardfehlern in Österreich
Soziodemographische Merkmale Äquivalisiertes Haushaltseinkommen in Österreich - Median (in Euro)
inkl. soziale Transfers exkl. soziale Transfers
Punktschätzer Standardfehler Punktschätzer Standardfehler
Gesamt 33.733 188 30.678 187
Frauen 32.932 197 29.832 208
Männer 34.572 199 31.467 196
Geburtsland nicht Österreich 26.765 374 22.831 426
Geburtsland Österreich 36.844 193 33.995 180
ledig 34.839 288 31.775 267
verheiratet, eingetragene Partnerschaft 36.035 233 33.102 231
verwitwet 29.535 294 28.101 339
geschieden 28.590 460 26.110 419
jünger 15 Jahre 30.163 313 24.952 366
jünger 20 Jahre 30.808 287 25.955 348
älter 14 und jünger 65 Jahre 35.486 209 32.079 191
älter 17 und jünger 65 Jahre 35.615 204 32.267 198
älter 65 Jahre 31.363 240 30.443 224
erwerbstätig 38.717 226 35.919 247
nicht erwerbstätig 29.132 373 23.979 508
Pensionisten 31.837 238 30.470 210
Einpersonenhaushalt 28.467 183 27.175 215
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ 33.622 328 32.832 317
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 41.958 414 39.848 440
Andere Haushalte ohne Kinder 42.227 603 39.876 904
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind 22.445 593 17.034 860
2 Erwachsene, 1 Kind 35.952 591 30.788 622
2 Erwachsene, 2 Kinder 33.405 497 29.062 508
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder 26.486 813 20.905 844
Sonstige Haushalte mit Kindern 33.951 1.090 31.002 1.016
wohnhaft in ...
dicht besiedelt 31.486 355 28.439 361
mittel besiedelt 34.671 386 31.348 351
dünn besiedelt 34.665 302 31.734 275
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen .
Tabelle 50: Standardfehler des äquivalisierten Haushaltseinkommens vor sozialen Transfers - Verteilung
Perzentile Standardfehler des äquivalisierten Haushaltseinkommens vor sozialen Transfers
Bgld. Sbg. Vbg. Ktn. T Stmk. W AT
10% 1.767 1.225 1.678 1.125 919 527 507 937 661 384
25% 1.013 725 1.214 1.121 795 550 495 584 733 201
50% 1.222 682 1.159 808 542 497 438 597 521 187
75% 1.758 1.060 1.019 958 758 693 632 757 614 258
90% 2.619 2.366 2.592 1.944 1.307 1.288 1.060 1.295 1.116 480
Gini-Index 1,5 1,3 1,4 1,0 0,9 1,2 1,1 0,9 1,0 0,4
S80/S20-Verhältnis 0,5 0,4 1,1 0,5 0,3 0,3 0,3 0,4 2,3 0,2
Tabelle 51: Standardfehler des äquivalisierten Haushaltseinkommens nach sozialen Transfers - Verteilung
Perzentile Standardfehler des äquivalisierten Haushaltseinkommens nach sozialen Transfers
Bgld. Sbg. Vbg. Ktn. T Stmk. W AT
10% 1.306 808 1.362 877 649 533 516 451 719 197
25% 874 644 1.037 972 545 444 465 494 521 162
50% 1.313 756 942 768 592 493 439 538 449 188
75% 1.457 1.035 1.049 810 650 649 517 640 563 233
90% 3.161 2.261 2.675 1.664 1.376 1.198 1.291 1.252 1.058 466
Gini-Index 1,3 1,2 1,2 0,8 0,8 1,2 1,0 0,9 1,0 0,4
S80/S20-Verhältnis 0,3 0,2 0,4 0,2 0,2 0,2 0,2 0,2 0,3 0,1
Tabelle 52: Standardfehler der sozialen Transferleistungen der Haushalte nach Einkommensklassen - insgesamt
Perzentile Standardfehler des jährlichen äquivalisierten Einkommens in Euro
Tirol Österreich
bis 15.000 15.000-30.000 30.000-45.000 45.000 u. mehr bis 15.000 15.000-30.000 30.000-45.000 45.000 u. mehr
10% 77 15 26 26 37 2 6 1
25% 774 133 24 11 344 8 6 6
50% 1.261 234 217 181 338 67 71 23
75% 1.332 395 192 339 302 122 54 97
90% 1.276 954 443 651 413 284 229 123
Tabelle 53: Standardfehler der sozialen Transferleistungen der Haushalte nach Einkommensklassen - Haushalte mit Kinder
Perzentile Standardfehler des jährlichen äquivalisierten Einkommens in Euro
Tirol Österreich
bis 15.000 15.000-30.000 30.000-45.000 45.000 u. mehr bis 15.000 15.000-30.000 30.000-45.000 45.000 u. mehr
10% 1.211 215 180 505 582 82 31 103
25% 1.287 209 213 580 435 56 72 36
50% 1.237 309 164 674 455 128 30 85
75% 1.176 679 275 913 396 210 110 146
90% 1.392 1.027 1.268 1.329 498 335 395 428
Tabelle 54: Standardfehler der sozialen Transferleistungen der Haushalte nach Einkommensklassen - insgesamt
Perzentile Standardfehler des jährlichen äquivalisierten Einkommens in Euro
Tirol Österreich
bis 15.000 15.000-30.000 30.000-45.000 45.000 u. mehr bis 15.000 15.000-30.000 30.000-45.000 45.000 u. mehr
10% 15 8 9 13 8 0 0 2
25% 100 24 5 14 56 2 6 3
50% 1.565 40 27 22 522 9 7 6
75% 3.024 501 257 155 532 279 156 24
90% 2.159 1.688 666 423 540 452 294 109
Tabelle 55: Armutsgefährdungsquote vor und nach sozialen Transfers inkl. Standardfehlern in Tirol
Soziodemographische Merkmale Armutsgefährdungsquote in %
vor sozialen Transfers nach sozialen Transfers
Punktschätzer Standardfehler Punktschätzer Standardfehler
Gesamt 22,9 1,6 12,1 1,1
Frauen 25,7 1,9 14,3 1,4
Männer 20,2 1,7 9,9 1,1
Geburtsland nicht Österreich 39,0 3,7 23,3 3,0
Geburtsland Österreich 14,9 1,2 8,9 0,9
ledig 18,2 2,1 10,0 1,6
verheiratet, eingetragene Partnerschaft 20,3 1,8 11,1 1,3
verwitwet (33,9) (3,7) (26,4) (3,3)
geschieden (25,5) (3,2) (21,2) (3,0)
jünger 15 Jahre (34,7) (4,2) (10,8) (3,3)
jünger 20 Jahre 30,8 3,7 10,7 2,7
älter 14 und jünger 65 Jahre 19,0 1,7 9,0 1,2
älter 17 und jünger 65 Jahre 19,0 1,7 8,8 1,2
älter 65 Jahre 27,5 2,0 24,6 2,0
erwerbstätig 12,9 1,5 6,2 1,0
nicht erwerbstätig (33,1) (3,9) (15,6) (2,8)
Pensionisten 27,2 1,8 21,4 1,6
Einpersonenhaushalt 29,7 2,1 25,4 2,0
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ 23,0 2,8 18,7 2,7
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 (13,9) (3,0) (7,1) (1,8)
Andere Haushalte ohne Kinder (x) (x) (x) (x)
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind (64,0) (8,6) (46,1) (9,2)
2 Erwachsene, 1 Kind (12,9) (3,7) (6,4) (2,9)
2 Erwachsene, 2 Kinder (25,6) (4,4) (7,0) (2,4)
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder (35,2) (9,1) (11,8) (7,1)
Sonstige Haushalte mit Kindern (x) (x) (x) (x)
wohnhaft in ...
dicht besiedelt (34,9) (6,2) (12,8) (3,8)
mittel besiedelt 20,0 2,2 10,8 1,7
dünn besiedelt 21,8 2,1 13,3 1,6
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen .
Tabelle 56: Armutsgefährdungsquote vor und nach sozialen Transfers inkl. Standardfehlern in Österreich
Soziodemographische Merkmale Armutsgefährdungsquote in %
vor sozialen Transfers nach sozialen Transfers
Punktschätzer Standardfehler Punktschätzer Standardfehler
Gesamt 24,3 0,4 15,0 0,4
Frauen 25,2 0,5 16,1 0,4
Männer 23,4 0,5 13,9 0,4
Geburtsland nicht Österreich 42,9 1,2 30,0 1,1
Geburtsland Österreich 16,0 0,3 9,4 0,3
ledig 23,9 0,6 15,3 0,5
verheiratet, eingetragene Partnerschaft 18,6 0,5 11,0 0,5
verwitwet 23,8 1,1 17,7 0,9
geschieden 34,8 1,0 25,0 0,9
jünger 15 Jahre 36,3 1,1 19,9 1,0
jünger 20 Jahre 34,2 1,0 19,5 0,9
älter 14 und jünger 65 Jahre 23,1 0,4 13,6 0,4
älter 17 und jünger 65 Jahre 22,6 0,4 13,2 0,4
älter 65 Jahre 19,7 0,6 16,7 0,5
erwerbstätig 12,7 0,4 7,3 0,3
nicht erwerbstätig 42,2 1,1 26,0 1,0
Pensionisten 21,0 0,5 15,6 0,5
Einpersonenhaushalt 32,2 0,6 25,1 0,6
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ 15,2 0,8 11,8 0,7
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 13,1 0,7 7,1 0,6
Andere Haushalte ohne Kinder 7,8 1,3 3,5 0,8
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind 58,9 2,4 39,5 2,6
2 Erwachsene, 1 Kind 21,2 1,4 9,5 1,1
2 Erwachsene, 2 Kinder 25,0 1,4 11,3 1,1
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder 46,9 2,9 29,7 2,8
Sonstige Haushalte mit Kindern 24,9 3,5 14,7 3,2
wohnhaft in ...
dicht besiedelt 32,8 1,0 22,5 0,9
mittel besiedelt 22,0 0,8 12,0 0,7
dünn besiedelt 18,8 0,7 11,1 0,6
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen .
Tabelle 57: Armuts- und Ausgrenzungsgefährdungsquote inkl. Standardfehlern in den Bundesländern
Bundesland Armutsgefährdung in % Ausgrenzungsgefährdung in %
Punktschätzer Standardfehler Punktschätzer Standardfehler
Burgenland 7,5 1,7 11,1 1,9
Vorarlberg 17,5 2,1 19,4 2,1
Salzburg 10,7 1,3 12,6 1,5
Kärnten 16,2 1,8 18,0 1,9
Tirol 12,1 1,1 13,6 1,2
Steiermark 13,6 1,0 16,2 1,1
Oberösterreich 12,1 1,0 14,4 1,0
Niederösterreich 10,4 0,8 13,0 0,8
Wien 24,8 1,2 29,2 1,2
Österreich 15,0 0,4 17,8 0,4
Tabelle 58: Merkmale der Deprivation absolut inkl. Standardfehlern in Tirol
Soziodemographische Merkmale Gesamt nicht armutsgefährdet armutsgefährdet
Punkt-schätzer Standardfehler Punkt-schätzer Standardfehler Punkt-schätzer Standardfehler
unerwartete Ausgaben zu tätigen 142.846 11.128 109.615 10.609 33.232 4.984
einmal im Jahr auf Urlaub zu fahren 131.774 11.905 102.621 11.196 29.152 4.588
Miete, Betriebskosten oder Kredite pünktlich zu bezahlen 27.466 5.460 23.270 5.264 4.196 1.513
jeden 2. Tag Fleich, Fisch zu essen 29.145 5.667 16.281 4.065 12.864 3.973
die Wohnung angemessen warm zu halten (11.832) (3.336) (8.367) (3.218) (3.464) (1.026)
abgenützte Möbel zu ersetzen 57.791 8.035 44.964 7.231 12.827 3.755
ein Auto zu besitzen 30.734 5.408 18.269 4.081 12.465 3.807
eine zufriedenstellende Internetverbindung zu haben (5.259) (1.769) (4.049) (1.704) (x) (x)
abgenutzte Kleidung zu ersetzen 15.731 2.899 11.388 2.555 4.344 1.422
zwei Paar passende Schuhe zu besitzen (3.983) (1.941) (3.776) (1.916) (x) (x)
jede Woche einen kleinen Betrag für sich selbst auszugeben 32.277 4.473 23.209 3.544 9.068 2.786
regelmäßig kostenpflichtige Freizeitaktivitäten auszuüben 51.928 5.323 36.027 4.396 15.900 3.315
einmal im Monat Freund:innen oder Familie zum Essen/Trinken zu treffen 18.599 3.871 9.375 2.217 9.224 3.269
PC oder Laptop (16.047) (4.286) (10.364) (3.180) (5.682) (2.861)
Festnetztelefon oder Handy (x) (x) (x) (x) (x) (x)
Waschmaschine (x) (x) (x) (x) (x) (x)
Farbfernseher (6.807) (3.054) (6.420) (3.054) (x) (x)
Feuchtigkeit, Fäulnis, Undichtheit in Haus oder Wohnung 70.964 10.293 50.233 8.291 20.731 6.329
Dunkle Räume 60.255 9.654 45.255 7.843 15.000 5.846
Lärmbelästigung durch Nachbarn oder Straße 164.749 12.546 144.912 12.146 19.838 4.382
Luft-, Wasserverschmutzung, Ruß durch Verkehr/Industrie 68.724 9.100 61.510 9.001 7.214 1.931
Kriminalität, Gewalt oder Vandalismus in der Wohngegend 37.787 6.654 34.030 6.457 3.757 1.781
Allgemeiner Gesundheitszustand schlecht oder sehr schlecht 38.889 3.474 29.112 3.015 9.777 1.884
Chronische Krankheit vorhanden 218.944 7.419 186.786 7.149 32.158 3.714
notwendige zahnmedizinische Leistungen nicht leistbar (1.333) (528) (1.122) (494) (x) (x)
notwendige sonst. medizinische Leistungen nicht leistbar (x) (x) (x) (x) (x) (x)
Behinderung 45.611 3.675 35.568 3.365 10.043 1.695
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen .
Tabelle 59: Merkmale der Deprivation relativ inkl. Standardfehlern in Tirol
Soziodemographische Merkmale Gesamt nicht armutsgefährdet armutsgefährdet
Punktschätzer Standardfehler Punktschätzer Standardfehler Punktschätzer Standardfehler
unerwartete Ausgaben zu tätigen 18,7 1,4 16,4 1,5 35,9 4,4
einmal im Jahr auf Urlaub zu fahren 17,3 1,5 15,3 1,6 31,5 4,5
Miete, Betriebskosten oder Kredite pünktlich zu bezahlen 3,6 0,7 3,5 0,8 4,5 1,7
jeden 2. Tag Fleich, Fisch zu essen 3,8 0,7 2,4 0,6 13,9 3,8
die Wohnung angemessen warm zu halten (1,6) (0,4) (1,3) (0,5) (3,8) (1,2)
abgenützte Möbel zu ersetzen 7,6 1,0 6,7 1,1 13,8 3,6
ein Auto zu besitzen 4,0 0,7 2,7 0,6 13,4 3,7
eine zufriedenstellende Internetverbindung zu haben (0,8) (0,3) (0,7) (0,3) (x) (x)
abgenutzte Kleidung zu ersetzen 2,5 0,5 2,0 0,5 5,5 1,7
zwei Paar passende Schuhe zu besitzen (0,6) (0,3) (0,7) (0,3) (x) (x)
jede Woche einen kleinen Betrag für sich selbst auszugeben 5,1 0,7 4,2 0,6 11,5 3,3
regelmäßig kostenpflichtige Freizeitaktivitäten auszuüben 8,2 0,8 6,5 0,8 20,1 3,7
einmal im Monat Freund:innen oder Familie zum Essen/Trinken zu treffen 2,9 0,6 1,7 0,4 11,7 3,8
PC oder Laptop (2,1) (0,6) (1,5) (0,5) (6,1) (2,8)
Festnetztelefon oder Handy (x) (x) (x) (x) (x) (x)
Waschmaschine (x) (x) (x) (x) (x) (x)
Farbfernseher (0,9) (0,4) (1,0) (0,5) (x) (x)
Feuchtigkeit, Fäulnis, Undichtheit in Haus oder Wohnung 9,3 1,3 7,5 1,2 22,4 5,7
Dunkle Räume 7,9 1,2 6,8 1,1 16,2 5,6
Lärmbelästigung durch Nachbarn oder Straße 21,6 1,5 21,6 1,7 21,4 4,0
Luft-, Wasserverschmutzung, Ruß durch Verkehr/Industrie 9,0 1,2 9,2 1,3 7,8 2,1
Kriminalität, Gewalt oder Vandalismus in der Wohngegend 5,0 0,9 5,1 1,0 4,1 1,9
Allgemeiner Gesundheitszustand schlecht oder sehr schlecht 6,1 0,6 5,2 0,5 12,4 2,1
Chronische Krankheit vorhanden 34,5 1,1 33,6 1,2 40,8 3,5
notwendige zahnmedizinische Leistungen nicht leistbar (0,2) (0,1) (0,2) (0,1) (x) (x)
notwendige sonst. medizinische Leistungen nicht leistbar (x) (x) (x) (x) (x) (x)
Behinderung 7,2 0,6 6,4 0,6 12,7 2,0
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen .
Tabelle 60: Merkmale der Deprivation absolut inkl. Standardfehlern in Österreich
Soziodemographische Merkmale Gesamt nicht armutsgefährdet armutsgefährdet
Punkt-schätzer Standardfehler Punkt-schätzer Standardfehler Punkt-schätzer Standardfehler
unerwartete Ausgaben zu tätigen 1.940.656 42.557 1.232.912 35.274 707.743 29.221
einmal im Jahr auf Urlaub zu fahren 1.695.644 39.459 1.127.242 35.095 568.402 24.157
Miete, Betriebskosten oder Kredite pünktlich zu bezahlen 647.634 29.846 378.874 21.957 268.760 23.154
jeden 2. Tag Fleich, Fisch zu essen 365.911 19.529 215.933 14.237 149.978 14.114
die Wohnung angemessen warm zu halten 358.697 20.220 228.228 15.748 130.469 13.212
abgenützte Möbel zu ersetzen 917.760 30.245 545.380 23.231 372.380 21.310
ein Auto zu besitzen 493.932 21.237 219.936 14.150 273.996 17.122
eine zufriedenstellende Internetverbindung zu haben 124.119 8.820 68.880 6.194 55.239 6.303
abgenutzte Kleidung zu ersetzen 358.993 14.205 203.409 11.178 155.584 10.106
zwei Paar passende Schuhe zu besitzen 84.163 8.168 51.912 6.244 32.251 5.332
jede Woche einen kleinen Betrag für sich selbst auszugeben 497.571 17.788 301.624 13.867 195.946 12.746
regelmäßig kostenpflichtige Freizeitaktivitäten auszuüben 829.895 22.487 511.051 18.229 318.844 15.433
einmal im Monat Freund:innen oder Familie zum Essen/Trinken zu treffen 245.415 13.598 149.043 10.160 96.372 9.018
PC oder Laptop 247.380 17.764 119.466 11.895 127.914 13.642
Festnetztelefon oder Handy 32.304 6.529 19.854 4.825 12.450 4.459
Waschmaschine 48.259 6.802 25.107 4.922 23.152 4.817
Farbfernseher 90.551 9.825 54.017 7.858 36.534 6.209
Feuchtigkeit, Fäulnis, Undichtheit in Haus oder Wohnung 1.050.061 36.102 794.732 31.516 255.329 21.498
Dunkle Räume 631.080 28.644 476.305 22.978 154.775 18.480
Lärmbelästigung durch Nachbarn oder Straße 1.814.442 40.415 1.519.781 36.856 294.661 20.865
Luft-, Wasserverschmutzung, Ruß durch Verkehr/Industrie 683.825 28.585 561.863 25.611 121.962 13.599
Kriminalität, Gewalt oder Vandalismus in der Wohngegend 636.562 22.440 528.011 20.774 108.552 10.013
Allgemeiner Gesundheitszustand schlecht oder sehr schlecht 611.471 14.191 452.318 12.398 159.153 8.056
Chronische Krankheit vorhanden 2.731.520 26.179 2.281.285 24.770 450.235 14.813
notwendige zahnmedizinische Leistungen nicht leistbar 58.475 5.250 31.456 3.440 27.019 4.016
notwendige sonst. medizinische Leistungen nicht leistbar 16.326 2.576 8.735 1.570 7.591 2.023
Behinderung 644.783 14.422 496.897 12.961 147.886 8.220
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen .
Tabelle 61: Merkmale der Deprivation relativ inkl. Standardfehlern in Österreich
Soziodemographische Merkmale Gesamt nicht armutsgefährdet armutsgefährdet
Punktschätzer Standardfehler Punktschätzer Standardfehler Punktschätzer Standardfehler
unerwartete Ausgaben zu tätigen 21,5 0,5 16,1 0,5 52,2 1,7
einmal im Jahr auf Urlaub zu fahren 18,8 0,4 14,7 0,4 42,0 1,6
Miete, Betriebskosten oder Kredite pünktlich zu bezahlen 7,2 0,3 4,9 0,3 19,8 1,6
jeden 2. Tag Fleich, Fisch zu essen 4,1 0,2 2,8 0,2 11,2 1,0
die Wohnung angemessen warm zu halten 4,0 0,2 3,0 0,2 9,7 1,0
abgenützte Möbel zu ersetzen 10,2 0,3 7,1 0,3 27,5 1,4
ein Auto zu besitzen 5,5 0,2 2,9 0,2 20,2 1,2
eine zufriedenstellende Internetverbindung zu haben 1,6 0,1 1,1 0,1 5,2 0,6
abgenutzte Kleidung zu ersetzen 4,7 0,2 3,1 0,2 14,6 0,9
zwei Paar passende Schuhe zu besitzen 1,1 0,1 0,8 0,1 3,0 0,5
jede Woche einen kleinen Betrag für sich selbst auszugeben 6,6 0,2 4,6 0,2 18,4 1,1
regelmäßig kostenpflichtige Freizeitaktivitäten auszuüben 10,9 0,3 7,8 0,3 29,8 1,3
einmal im Monat Freund:innen oder Familie zum Essen/Trinken zu treffen 3,2 0,2 2,3 0,2 9,0 0,8
PC oder Laptop 2,7 0,2 1,6 0,2 9,4 1,0
Festnetztelefon oder Handy 0,4 0,1 0,3 0,1 0,9 0,3
Waschmaschine 0,5 0,1 0,3 0,1 1,7 0,4
Farbfernseher 1,0 0,1 0,7 0,1 2,7 0,5
Feuchtigkeit, Fäulnis, Undichtheit in Haus oder Wohnung 11,6 0,4 10,4 0,4 18,9 1,5
Dunkle Räume 7,0 0,3 6,2 0,3 11,3 1,3
Lärmbelästigung durch Nachbarn oder Straße 20,1 0,4 19,8 0,5 21,7 1,4
Luft-, Wasserverschmutzung, Ruß durch Verkehr/Industrie 7,6 0,3 7,3 0,3 9,1 1,0
Kriminalität, Gewalt oder Vandalismus in der Wohngegend 7,1 0,2 6,9 0,3 8,0 0,7
Allgemeiner Gesundheitszustand schlecht oder sehr schlecht 8,1 0,2 6,9 0,2 14,9 0,7
Chronische Krankheit vorhanden 36,0 0,3 35,0 0,4 42,0 1,2
notwendige zahnmedizinische Leistungen nicht leistbar 0,8 0,1 0,5 0,1 2,5 0,4
notwendige sonst. medizinische Leistungen nicht leistbar 0,2 0,0 0,1 0,0 0,7 0,2
Behinderung 8,5 0,2 7,6 0,2 13,8 0,7
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen .
Tabelle 62: Materielle und soziale Deprivation nach soziodemografischen Merkmalen in Tirol (inkl. Standardfehler)
Soziodemografisches Merkmal Materiell und sozial depriviert Erheblich materiell und sozial depriviert
Quote in % Standardfehler Quote in % Standardfehler
Gesamt 3,8 0,7 1,8 0,6
Frauen 4,1 0,8 2,0 0,7
Männer 3,6 0,7 1,6 0,6
Geburtsland nicht Österreich 7,6 2,3 4,6 2,0
Geburtsland Österreich 2,6 0,4 0,6 0,1
ledig 3,7 0,9 1,3 0,6
verheiratet, eingetragene Partnerschaft 3,4 0,9 1,6 0,6
verwitwet 3,4 1,3 0,4 0,4
geschieden 7,6 1,8 3,6 1,3
jünger 15 Jahre 4,2 1,6 3,2 1,5
jünger 20 Jahre 3,3 1,3 2,6 1,3
älter 14 und jünger 65 Jahre 3,9 0,8 1,8 0,6
älter 17 und jünger 65 Jahre 4,1 0,8 1,8 0,6
älter 65 Jahre 3,2 0,8 0,7 0,3
erwerbstätig 2,4 0,6 0,6 0,3
nicht erwerbstätig 5,5 1,8 0,9 0,6
Pensionisten 3,7 0,7 0,7 0,3
Einpersonenhaushalt 7,3 1,3 1,6 0,6
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ 1,2 0,6 (x) (x)
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 1,5 0,8 0,3 0,3
Andere Haushalte ohne Kinder 3,6 2,7 2,7 2,6
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind 8,7 4,1 6,9 3,6
2 Erwachsene, 1 Kind 5,3 2,7 2,7 1,8
2 Erwachsene, 2 Kinder 2,3 1,7 1,8 1,6
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder 6,6 4,6 5,2 4,3
Sonstige Haushalte mit Kindern 2,3 2,7 (x) (x)
wohnhaft in ...
dicht besiedelt 7,9 3,4 5,7 3,0
mittel besiedelt 3,7 1,0 1,6 0,9
dünn besiedelt 2,5 0,6 0,6 0,2
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen
Tabelle 63: Materielle und soziale Deprivation nach soziodemografischen Merkmalen in Österreich (inkl. Standardfehler)
Soziodemografisches Merkmal Materiell und sozial depriviert Erheblich materiell und sozial depriviert
Quote in % Standardfehler Quote in % Standardfehler
Gesamt 7,2 0,3 3,5 0,2
Frauen 7,6 0,3 3,8 0,2
Männer 6,7 0,3 3,1 0,2
Geburtsland nicht Österreich 15,3 0,8 7,7 0,6
Geburtsland Österreich 4,5 0,2 1,9 0,1
ledig 7,3 0,4 3,3 0,3
verheiratet, eingetragene Partnerschaft 5,1 0,3 2,4 0,2
verwitwet 7,3 0,7 2,7 0,5
geschieden 15,6 0,8 8,7 0,7
jünger 15 Jahre 8,3 0,7 4,4 0,5
jünger 20 Jahre 8,0 0,6 4,2 0,5
älter 14 und jünger 65 Jahre 7,7 0,3 3,7 0,2
älter 17 und jünger 65 Jahre 7,7 0,3 3,7 0,2
älter 65 Jahre 4,3 0,3 1,8 0,2
erwerbstätig 3,9 0,2 1,4 0,1
nicht erwerbstätig 16,9 0,8 9,3 0,7
Pensionisten 5,3 0,3 2,4 0,2
Einpersonenhaushalt 12,2 0,5 6,0 0,4
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ 2,4 0,3 0,7 0,2
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 4,8 0,5 2,6 0,4
Andere Haushalte ohne Kinder 6,0 1,1 2,7 0,8
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind 21,7 2,2 11,2 1,9
2 Erwachsene, 1 Kind 4,7 0,6 1,9 0,4
2 Erwachsene, 2 Kinder 6,1 0,8 2,5 0,5
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder 9,6 1,6 5,8 1,3
Sonstige Haushalte mit Kindern 6,1 1,5 2,7 1,0
wohnhaft in ...
dicht besiedelt 11,6 0,6 6,0 0,5
mittel besiedelt 6,2 0,5 2,9 0,3
dünn besiedelt 4,1 0,3 1,7 0,2
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen
Tabelle 64: Standardfehler der Erwerbsintensität der Tiroler Haushalte
Ausmaß der Erwerbsbeteiligung Standardfehler der Haushalte absolut Standardfehler der Haushalte relativ
Haushalt ohne Erwerbsbeteiligung 1.857 0,4
Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung 599 0,1
Haushalt mit größerer oder voller Erwerbsbeteiligung 17.075 0,4
Tabelle 65: Standardfehler der Erwerbsintensität der Tiroler Haushalte
Ausmaß der Erwerbsbeteiligung Standardfehler der Haushalte absolut Standardfehler der Haushalte relativ
Haushalt ohne Erwerbsbeteiligung 18.101 0,3
Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung 10.555 0,2
Haushalt mit größerer oder voller Erwerbsbeteiligung 22.633 0,3
Tabelle 66: Haushalte mit keiner oder sehr niedriger Erwerbsbeteiligung nach soziodemografischen Merkmalen in Tirol (inkl. Standardfehler)
Soziodemografisches Merkmal Haushalte mit keiner oder sehr niedriger Erwerbsintensität
Tirol Österreich
Quote in % Standardfehler Quote in % Standardfehler
Gesamt (1,7) (0,4) 6,2 0,3
Frauen (2,0) (0,5) 6,1 0,4
Männer (1,3) (0,4) 6,3 0,3
Geburtsland nicht Österreich (x) (x) 11,0 0,8
Geburtsland Österreich (1,8) (0,4) 4,5 0,2
ledig (2,5) (0,7) 7,8 0,4
verheiratet, eingetragene Partnerschaft (x) (x) 4,0 0,4
verwitwet (x) (x) (19,1) (4,4)
geschieden (x) (x) 11,5 1,0
jünger 15 Jahre (x) (x) 5,8 0,6
jünger 20 Jahre (x) (x) 5,8 0,6
älter 14 und jünger 65 Jahre (1,9) (0,4) 6,3 0,3
älter 17 und jünger 65 Jahre (2,0) (0,4) 6,3 0,3
erwerbstätig (x) (x) (0,1) (0,0)
nicht erwerbstätig (29,0) (8,6) 43,3 1,9
Einpersonenhaushalt (x) (x) 15,0 0,7
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ (x) (x) 24,7 2,7
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 (x) (x) 4,9 0,5
Andere Haushalte ohne Kinder (x) (x) (2,6) (0,7)
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind (x) (x) 20,2 2,3
2 Erwachsene, 1 Kind (x) (x) 2,9 0,5
2 Erwachsene, 2 Kinder (x) (x) 2,8 0,5
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder (x) (x) 6,7 1,5
Sonstige Haushalte mit Kindern (x) (x) (4,3) (1,8)
wohnhaft in ...
dicht besiedelt (x) (x) 10,8 0,7
mittel besiedelt (1,5) (0,5) 4,6 0,6
dünn besiedelt (1,4) (0,4) 3,1 0,3
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen
Tabelle 67: Ausgrenzungs- und Mehrfach-Ausgrenzungsgefährdungsquote inkl. Standardfehlern in Tirol
Soziodemographische Merkmale Ausgrenzungsgefährdung in % Mehrfach-Ausgrenzungsgefährdung in %
Punktschätzer Standardfehler Punktschätzer Standardfehler
Gesamt 13,6 1,2 (1,4) (0,5)
Frauen 15,9 1,4 (1,7) (0,6)
Männer 11,4 1,1 (x) (x)
Geburtsland nicht Österreich 25,3 3,1 4,1 1,7
Geburtsland Österreich 10,1 0,9 (x) (x)
ledig 12,1 1,6 (x) (x)
verheiratet, eingetragene Partnerschaft 11,9 1,4 (x) (x)
verwitwet (27,5) (3,4) (x) (x)
geschieden 24,0 3,2 (x) (x)
jünger 15 Jahre 13,2 3,4 (x) (x)
jünger 20 Jahre 12,7 2,9 (x) (x)
älter 14 und jünger 65 Jahre 10,6 1,3 (1,6) (0,6)
älter 17 und jünger 65 Jahre 10,4 1,2 (1,8) (0,6)
älter 65 Jahre 25,0 2,0 (x) (x)
erwerbstätig 6,4 1,0 (x) (x)
nicht erwerbstätig (21,4) (3,1) (x) (x)
Pensionisten 21,8 1,6 (x) (x)
Einpersonenhaushalt 27,4 2,1 (x) (x)
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ 19,4 2,7 (x) (x)
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 (9,2) (2,0) (x) (x)
Andere Haushalte ohne Kinder (x) (x) (x) (x)
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind 53,5 8,9 (x) (x)
2 Erwachsene, 1 Kind (7,4) (3,0) (x) (x)
2 Erwachsene, 2 Kinder (7,0) (2,4) (x) (x)
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder (17,3) (8,1) (x) (x)
Sonstige Haushalte mit Kindern (x) (x) (x) (x)
wohnhaft in ...
dicht besiedelt (14,8) (3,9) (x) (x)
mittel besiedelt 12,6 1,9 (x) (x)
dünn besiedelt 14,4 1,6 (x) (x)
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen .
Tabelle 68: Ausgrenzungs- und Mehrfach-Ausgrenzungsgefährdungsquote inkl. Standardfehlern in Österreich
Soziodemographische Merkmale Ausgrenzungsgefährdung in % Mehrfach-Ausgrenzungsgefährdung in %
Punktschätzer Standardfehler Punktschätzer Standardfehler
Gesamt 17,8 0,4 4,3 0,2
Frauen 18,9 0,4 4,3 0,3
Männer 16,6 0,5 4,3 0,2
Geburtsland nicht Österreich 34,9 1,1 9,9 0,7
Geburtsland Österreich 11,5 0,3 2,3 0,1
ledig 18,9 0,6 5,8 0,3
verheiratet, eingetragene Partnerschaft 12,8 0,5 2,4 0,2
verwitwet 19,6 1,0 (2,1) (0,5)
geschieden 30,1 1,0 7,9 0,6
jünger 15 Jahre 22,7 1,1 5,9 0,6
jünger 20 Jahre 22,2 1,0 6,0 0,6
älter 14 und jünger 65 Jahre 16,9 0,4 4,8 0,2
älter 17 und jünger 65 Jahre 16,6 0,4 4,7 0,2
älter 65 Jahre 17,3 0,5 1,3 0,2
erwerbstätig 8,3 0,3 (0,5) (0,1)
nicht erwerbstätig 35,1 1,0 15,2 0,8
Pensionisten 16,5 0,5 1,5 0,2
Einpersonenhaushalt 29,6 0,6 7,8 0,4
2 Erwachsene, keine Kinder, zumindest 1 Pers. 65+ 13,0 0,7 (1,1) (0,2)
2 Erwachsene, keine Kinder, beide < 65 10,0 0,7 2,8 0,4
Andere Haushalte ohne Kinder 6,3 1,0 (1,5) (0,6)
Ein-Eltern-Haushalt, zumindest 1 Kind 45,5 2,6 20,8 2,4
2 Erwachsene, 1 Kind 11,7 1,1 2,1 0,5
2 Erwachsene, 2 Kinder 13,0 1,2 3,1 0,6
2 Erwachsene, mind. 3 Kinder 32,0 2,8 7,5 1,5
Sonstige Haushalte mit Kindern 17,5 3,3 (3,1) (1,3)
wohnhaft in ...
dicht besiedelt 26,4 0,9 8,7 0,6
mittel besiedelt 14,7 0,7 2,8 0,3
dünn besiedelt 12,8 0,6 1,8 0,2
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.
Tabelle 69: Standardfehler der Teilgruppen der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung in Tirol
Teilbereich der Gefährdung Standardfehler der Personen absolut Standardfehler der Personen relativ
armutsgefährdet 8.002 3,9
depriviert (2.952) (2,6)
geringe Erwerbsintensität (1.273) (1,3)
armutsgefährdet und geringe Erwerbsintensität 742 0,8
armutsgefährdet und depriviert ((x)) (2,9)
geringe Erwerbsintensität und depriviert (x) 1,0
armutsgefährdet, depriviert und geringe Erwerbsintensität (x) 0,4
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.
    Der Anteil der Personen bezieht sich auf die Gesamtheit der von Armut- oder Ausgrenzung bedrohten Personen.
Tabelle 70: Standardfehler der Teilgruppen der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung in Österreich
Teilbereich der Gefährdung Standardfehler der Personen absolut Standardfehler der Personen relativ
armutsgefährdet 32.875 1,4
depriviert 10.112 0,6
geringe Erwerbsintensität 11.247 0,7
armutsgefährdet und geringe Erwerbsintensität 14.390 0,9
armutsgefährdet und depriviert 11.272 0,7
geringe Erwerbsintensität und depriviert 3.484 0,2
armutsgefährdet, depriviert und geringe Erwerbsintensität 10.401 0,7
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen.
    Der Anteil der Personen bezieht sich auf die Gesamtheit der von Armut- oder Ausgrenzung bedrohten Personen.
Tabelle 71: Standardfehler der Armutsgefährdung trotz Erwerbstätigkeit in Tirol
Soziodemographisches Merkmal Beschäftigungsausmaß Standardfehler
"working poor" Nicht "working poor"
Quotein % Personen Einkommenin € Quotein % Personen Einkommenin €
Gesamt 1,1 3.942 1.015 1,1 9.516 725
Frauen (1,3) (2.144) (1.444) (1,3) (5.297) (749)
Männer (1,2) (2.475) (1.514) (1,2) (6.231) (803)
Geburtsland nicht Österreich (3,0) (3.201) (1.870) (3,0) (6.896) (1.531)
Geburtsland Österreich (0,9) (2.342) (1.921) (0,9) (9.054) (696)
Beschäftigungsausmaß
erwerbstätig 12 Monate im Vorjahr 1,0 3.193 1.699 1,0 9.032 706
erwerbstätig weniger als 12 Monate im Vorjahr 3,5 1.697 562 3,5 3.637 1.790
Teilzeit 6 oder mehr Monate (1,7) (1.404) (1.925) (1,7) (4.227) (827)
Vollzeit 6 oder mehr Monate (1,1) (2.553) (2.277) (1,1) (7.754) (763)
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen .
Tabelle 72: Standardfehler der Armutsgefährdung trotz Erwerbstätigkeit in Österreich
Soziodemographisches Merkmal Beschäftigungsausmaß Standardfehler
"working poor" Nicht "working poor"
Quotein % Personen Einkommenin € Quotein % Personen Einkommenin €
Gesamt 0,3 13.601 276 0,3 19.479 242
Frauen 0,4 7.245 387 0,4 13.691 277
Männer 0,4 9.381 322 0,4 14.645 256
Geburtsland nicht Österreich 1,1 11.823 484 1,1 19.528 492
Geburtsland Österreich 0,3 8.319 350 0,3 23.323 261
Beschäftigungsausmaß
erwerbstätig 12 Monate im Vorjahr 0,3 11.644 332 0,3 19.820 245
erwerbstätig weniger als 12 Monate im Vorjahr 1,4 5.896 510 1,4 10.974 609
Teilzeit 6 oder mehr Monate 0,6 5.761 447 0,6 14.390 324
Vollzeit 6 oder mehr Monate 0,3 9.710 438 0,3 20.028 269
  • Werte mit Fallzahlen unter 20 Personen werden geklammert. (x): Werte basierend auf zu geringen Fallzahlen werden nicht ausgewiesen .

9.2 Mathematische Darstellung der angewandten Methoden

Armutsgefährdungsschwelle: ARPT

60% des nationalen verfügbaren Medianeinkommens

\[ARPT = 0,6*\hat{Y}_{ 0,5 }\]
wobei \(\hat{Y}_{0,5}=\) Median des nationalen verfügbaren Einkommens

Armutsgefährdungsquote: ARPR

Prozentanteil der Personen die unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle liegen an der gesamten Untersuchungsgruppe.

\[ARPR = \frac{\sum \limits_{k\epsilon S}I_k} {\sum \limits_{k\epsilon S}w_k}*100\] wobei
\(k\dots\) Index der Untersuchungseinheit
\(w_k\dots\) Gewichtung der Untersuchungseinheit
\(S\dots\) Ausgewählte Subgruppe

\(I_k = \begin{cases} 1 & \text{if } y_k<ARPT \\ 0 & \text{ sonst } \end{cases}\)

Dreijährige Durchschnitte

Um den Fehler durch indirekte Schätzung zu reduzieren, wurde ein gleitender, dreijähriger und symmetrischer Durchschnitt (arithmetisches Mittel) der direkten Schätzer verwendet. Die indirekten Schätzer und deren Fehler wurden mittels Bootstrap- Verfahren berechnet, welches die Überlappung der Stichproben aufgrund des Rotationsplans berücksichtigt.

Bootstrap

Das Bootstrap-Verfahren ist ein bereits seit Langem bekanntes statistisches Prinzip, das häufig zur Schätzung von Konfidenzintervallen und Standardfehlern von Punktschätzungen eingesetzt wird (vgl. B. und J. (1993)). Wenn eine Zufallsstichprobe aus einer unbekannten Verteilung stammt, lässt sich die Verteilung einer Punktschätzung in vielen Fällen nicht analytisch bestimmen. Mithilfe des Bootstrapping-Verfahrens kann diese Verteilung jedoch durch Simulation angenähert werden.

Das Grundprinzip des Bootstrap-Verfahrens besteht darin, wiederholt Stichproben des Umfangs n* mit Zurücklegen zu ziehen und daraus die Modellparameter zu schätzen. Auf Basis der so gewonnenen Schätzergebnisse können anschließend der Standardfehler sowie die daraus resultierenden Konfidenzintervalle berechnet werden.

Da es sich bei der EU-SILC-Erhebung um eine geschichtete Stichprobe ohne Zurücklegen aus einer endlichen Grundgesamtheit handelt, muss ein erweitertes Verfahren, das sogenannte reskalierte Bootstrap-Verfahren nach Rao und Wu, angewendet werden (vgl. Rao und Wu (1988)). Bei diesem Ansatz werden die Bootstrap-Stichproben ohne Zurücklegen gezogen, wobei sowohl die Schichtung als auch die Clusterbildung in mehreren Stufen berücksichtigt werden (vgl. Chipperfield und Preston (2007); Preston (2009)).

Eine detaillierte Beschreibung der angewandten Methodik findet sich in Gussenbauer, Kowarik, und Cillia (2022).

Die Genauigkeit der mit dem Bootstrap-Verfahren geschätzten Standardfehler hängt von der Anzahl der Bootstrap-Ziehungen B ab. Mit zunehmendem B nähern sich die Bootstrap-Schätzungen ihrem wahren Erwartungswert an, d. h. die Schätzung des Standardfehlers konvergiert. Ab einer bestimmten Anzahl von Ziehungen verändert sich der geschätzte Standardfehler nur noch geringfügig, was darauf hinweist, dass eine hinreichende numerische Stabilität erreicht ist. In der Praxis zeigt sich, dass bereits einige Hundert bis wenige Tausend Wiederholungen ausreichen, um stabile Ergebnisse zu erzielen, wobei die erforderliche Anzahl von B von der Komplexität des zugrunde liegenden Modells und der Variabilität der Daten abhängt.
Die folgende Abbildung zeigt, dass der geschätzte Standardfehler der im vorliegenden Bericht berechneten Armutsgefährdungsquote mit zunehmender Anzahl an Bootstrap-Ziehungen konvergiert und sich schließlich auf einem stabilen Niveau einpendelt.

Abbildung 17: Konvergenz des Bootstrap-Standardfehlers (Referenz = Mittel der letzten 20 Werte)

Die zugehörigen Daten zu dieser Grafik finden Sie in der Tabelle unterhalb.

Literatur

B., Efron, und Tibshirani R. J. 1993. An Introduction to the Bootstrap. https://cindy.informatik.uni-bremen.de/cosy/teaching/CM_2011/Eval3/pe_efron_93.pdf.
Chipperfield, James, und John Preston. 2007. Efficient Bootstrap for Business Surveys. Survey Methodology 33 (December): 167–72.
Gussenbauer, Johannes, Alexander Kowarik, und Gregor de Cillia. 2022. Methodology. https://statistikat.github.io/surveysd/articles/methodology.html.
Gussenbauer, Johannes, Alexander Kowarik, Gregor de Cillia, und Matthias Till. 2022. Survey Standard Error Estimation for Cumulated Estimates and their Differences in Complex Panel Designs. https://github.com/statistikat/surveysd.
Lamei, Nadja, Stefan Angel, Thomas Glaser, Susanne Göttlinger, Richard Heuberger, Elisabeth Kafka, Anneliese Oismüller, und Magdalena Skina-Tabue. 2014. Methodenbericht zur Rückrechnung von EU-SILC 2008-2011 auf Basis von Verwaltungsdaten. https://www.statistik.at/fileadmin/pages/338/Methodenbericht_EU-SILC_2008-11.pdf.
Preston, J. 2009. Rescaled Bootstrap for Stratified Multistage Sampling. Survey Methodology 35 (December): 227–34. https://www150.statcan.gc.ca/n1/en/catalogue/12-001-X200900211044.
R Core Team. 2019. R: A Language and Environment for Statistical Computing. Vienna, Austria: R Foundation for Statistical Computing. https://www.R-project.org.
Rao, J. N. K., und C. F. J. Wu. 1988. Resampling Inference with Complex Survey Data. Journal of the American Statistical Association 83 (401): 231–41.
Townsend, Peter. 1979. Poverty in the United Kingdom. A Survey of Household Ressources and Standards of Living. Berkeley: University of California.

  1. Monatswert entspricht 1/12 des Jahreswertes↩︎

  2. https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_22_3782 (07.03.2023)↩︎

  3. Bei den Untersuchungen zu „Working Poor“ sind keine Präsenz- und Zivildiener berücksichtigt.↩︎